WIENER KLIMA KOMFORT HAUS / PASSIVHAUS- BAUTRÄGER- WETTBEWERB
 

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Wien 21., KAMMELWEG - PassivhauS
2.STUFE, BAUPLATZ B

„SYNERGIE“

Die Lösung „SYNERGIE“ wurde im Team mit der Altmannsdorf-Hetzendorf (auf Bauplatz E)entwickelt,

und die Planung sozial-organisatorisch, funktional, gestalterisch , höhen- und lagemässig abgestimmt. Durch diese Abstimmung der Planungen der „ALTMANNSDORF- HETZENDORF“ und der „HEIMBAU“ in den Bereichen der Bewohnerbetreuung, der Bauplanung, der Frei- und Grünraumplanung, der Mieterorientierung, des Wohnungsmixes, der Auswahl und Anordnung der gemeinschaftlich zu nutzenden Bereichen, der Ver- und Entsorgung werden WESENTLICHE SYNERGIEEFFEKTE ERZIELT, die über die in Einzelprojekten erreichbaren positiven Möglichkeiten hinausgehen und für die künftigen Nutzer von Vorteil sein werden.

Als Konsulenten haben mitgewirkt:

Bauphysik: Herr Dipl Ing Hans Dworak, Zivilingenieur f. techn. Physik
Grafik und Layout : Mag. art. Veronika Molden
Haustechnik: Drexel - energieeffiziente Haustechniksysteme
Dynamische Simulationen von  Mall und Wohnungen: Drexel -
energieeffiziente Haustechniksysteme
Konstruktion: Vasko und Partner Ingenieure - Ziviltechniker GesmbH
Freiraumplanung: Herr Dipl Ing Stefan Schmidt, Landschaftsarchitekt
Rendering: vdx
Erarbeite wurden die:
dynamischen Simulationen von  Mall und Wohnungen – 
die Passivhausberechnungen PHPP und die Luftdimensionierung ausgewählter Wohnungen,
die Anleitung und Hinweise zu Bedienung und Wartung der empfohlenen Geräte die Datenblätter mit den ergänzenden Angaben.

STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Das Planungsgebiet ist durch den öffentlichen Verkehr in fußläufiger Haltestellenentfernung (Straßenbahn 32, S3) gut aufgeschlossen und in unmittelbarer Nähe zu dem großen zusammenhängenden Grünzug entlang des ehemaligen Donauarms: Jedleseer Aupark- Friedhof- Schwarz Lackenau- Schönungsteich- Marchfeldkanal mit unmittelbarer Anbindung über 2 Brücken an die Donauinsel gelegen (direkte Anbindung an eine übergeordnetes Fahrradwegenetz).

Das Grundstück liegt im Spannungsfeld der Prager Straße mit ihrer charakteristischen gemischt genutzten Bebauung und dem alten Ortskern von Jedlesee mit seiner kleinen Kirche Maria Loretto und inmitten einer im Ansatz vorhandenen dörflichen Vorstadtstruktur. Entsprechend dem Bebauungsplan wird die vom alten Ortskern ausgehende, durch die bestehende Wohnhausanlage zwischen Lorettoplatz und Kammelweg nach NO verlaufende Fußgängerachse bis zur Straßenbahnhaltestelle Winkeläckerstraße/ Prager Straße weitergeführt. Diese Fußgängerachse kann sowohl im Freiraum zwischen den Wettbewerbsprojekten und den Bauteilen der GESIBA, als auch durch die Glaspassagen / die Mall der beiden Projekte erlebt werden.

Dieses lineare Spannungsfeld zwischen Prager Straße und Jedlesee ist eine städtebauliche Grundidee bei der Entwicklung der beiden Wettbewerbsprojekte.

In den oberen Geschossen der Anlage bietet sich ein einmaliger Ausblick auf einen der schönsten Landschaftsräume von Wien: Über die Donau zu den Weinbergen von Nussdorf und Kahlenbergerdorf bis hin zu Leopoldsberg und Kahlenberg.

Erschließung 

Die fußläufige Anbindung erfolgt sowohl über den Zugang von der Rudolf-Virchow-Straße (Richtung Öffentliche Verkehrsmittel, Straßenbahnhaltestelle Winkeläckerstraße/ Prager Straße) als auch vom Kammelweg aus (Fußweg zum alten Ortskern Jedlesee; Fahrradverbindung zur Donauinsel), wodurch eine wichtige Fußgängerachse / Verbindung sowohl im Freien als auch über die Mall und Erschließungspassage auf Bauplatz E angeboten wird. Gebäude und Gelände sind auf vielen Wegen und Pfaden durchquerbar. An den Oberflächen ist die Bedeutung und die Hierarchie des Weges spürbar. Hauptwege der Anlage liegen in Nord Süd Richtung sehr nahe an den Gebäuden, um einen möglichst effizientes Wegenetz zu schaffen, bei dem sich auch Gehbehinderte oder Frauen mit Kinderwägen problemlos und ohne unnötige Anstrengungen durch den Freiraum bewegen können. Es wird jedoch auf eine große Varianz der Wege Wert gelegt. Langsame geschwungene Pfade aus wassergebundener Wegedecke durchziehen das Gelände, ebenfalls wie die schnelle Wege mit glatten Oberflächen. Für den Individualverkehr ist eine Tiefgarage unter den geplanten Gebäuden vorgesehen. Beide Tiefgaragen (Bauplatz B + E) können im 2.UG verbunden werden, wodurch technisch 2 Ausfahrten möglich sind.

Gebäudecharakteristik.

Die Energiekennzahlen zeigen, dass durch die Kompaktheit der Gebäude Verluste konzeptiv minimiert werden. Das Gebäude/ die 5 Häuser sind samt den Erschließungen innerhalb der thermischen Hülle. Durch die allseitig außenliegende umlaufende Wärmedämmung bestehen günstige Vorraussetzungen für wärmebrückenfreies Bauen und die Realisierung des Konzeptes des verlustminimierenden Passivhauses. Die Erschließungen haben auch im Winter Temperaturen von + 18 ° C, sie sind vielfältig nutzbare und stark gegliederte Räume mit Oberlicht und seitlichem Tageslicht und bereichsweiser seitlicher Belichtung durch zweigeschossige und bis zur Halle reichende verglaste Loggien. Durch diese „Mall“ werden auch interne Erschießungswege zwischen der Virchoswstrasse und dem Kamillenweg beziehungsweise in den Geschossen zwischen den Bauteilen der HB - Heimbau und der AH – Altmannsdorf-Hetzendorf geführt. Im Querriegel im Bereich zur Widmung GB GV im Norden sind am Dach Freizeiteinrichtungen und Waschküchen samt Nebenräumen vorgeschlagen. Diese haben durch den Ausblick bis zum Kahlenberg, Bisamberg, ....eine wunderbare, attraktive Lage. Den Wohnungen sind Balkone, Loggien, Terrassen und Gärten zugeordnet. Balkone und Loggien sind von den Gebäuden durch eine innovative Konstruktion thermisch getrennt: „System Waclawek“. Allgemeine Räume sind „hell und besonnt“, die Kinderwagenabstellräume ebenso wie die Fahrradabstellräume, die Einlagerungsräume; auch die Garage hat Tageslicht. Die Garagen liegen außerhalb der thermischen Hülle.

Durch die Entwicklung der Konstruktion im „System Waclawek“ werden thermische Schwachstellen „elegant“ vermieden und Details technisch und ausführungsmässig vereinfacht. Die Dimensionierungen erfolgten unter Berücksichtigung der auftretenden Lasten und der Erfordernisse von Erdbebenkräften. Durch den Einsatz von druckfesten Dämmmaterialien der Brückenklasse werden auch im Übergang zur „kalten Garage“ die Verbindungen zwischen warmem und kaltem Bereich optimiert, bautechnisch vereinfacht und auf die wegen Erdbeben erforderlichen „Halterungen“ beschränkt. (siehe Detail). Auch diese Fixpunkte sind thermisch getrennt, horizontal sind elastische thermisch getrennte Lager eingebaut. Hängekonstruktionen für Balkon und Loggia ergänzend den Lösungsansatz.

Zwei Baukörper sind  Nord- Süd- orientiert, (Haus B und C, und Haus E), ein Baukörper ist nach Süden orientiert. (Haus D). Die Bauten werden entlang einer mittleren und einer im Norden und im Osten liegenden 

Mehrzweck-Halle/Mall, jeweils mit minimal 18°Temperatur an den kältesten Tagen – und maximal 25° bei Sommerhöchsttemperaturen - organisiert. Diesen Mehrzweckhallen sind die Kinderwagen und auch Fahrradeinstellräume direkt und geschossweise von den Aufzügen und von den Stiegenhäusern zugeordnet.

Auf die zwei Grenzlinien im Westen und im Norden des Bauplatzes B wird in der Planung„reagiert“:

Der Baukörper Haus C ist so entwickelt, dass im auskragenden 6. Stock dieses Nord-Süd- Baukörpers 200 cm Abstand von der Grenzlinie eingehalten und damit lt BO für Wien Fenster angeordnet werden dürfen.

Im Erdgeschoss, ersten Stock und 2. Stock - im Bereich der widmungsmässig möglichen Anbauten des Nachbarn an die Grenzlinie - sind im Erdgeschoss die Garageneinfahrt und Garagenausfahrt und belichtete Einlagerungsräume angeordnet. Für Wohnungen sind diese Lagen wegen der möglichen Bebauung am Nachbargrundstück von bis zu 3 Geschossen nicht geeignet). Der Abstand der ersten vier Geschosse von dieser möglichen Nachbarbebauung / von der Grenzlinie beträgt 5,70 m); Über einen Vorplatz zur Erschließung der Einlagerungsräume ist die Halle von dieser Seite in drei Geschossen (zusätzlich) belichtet, die Einlagerungsräume bekommen Tageslicht. Über der Höhe der am Nachbarbauplatz möglichen Bebauung, also ab dem 3. Stock, ragt das Gebäude Haus C bis auf 2 Meter an die Grenzlinie heran, von den Hauptfenstern dieser Geschosse schaut man „über die Nachbarnbebauung, über das Nachbargrundstück “bis zu den Bergen“. (Diese Lösung entspricht dem von der Wiener Bauordnung normierten Fensterrecht ab 2 m Abstand von der Grenzlinie). Im Bereich ab dem 6. Stock sind querliegende südgerichtete Dach- Maisonetten,

diesen Maisonetten sind in Südlage Privat- Gärten zugeordnet. Diese Wohnungen wurden in der Variante „zweigeschossig“ und dreigeschossig“ entworfen und dargestellt. Die Dachoberkante dieser Bauteile ist 21,50 m und entspricht damit der im Bebauungsplan zugelassen Höhe von 17,50 m plus 4,50 m für den höchsten Punkt des Daches. In den Geschossen zwei und drei sind sogenannte „durchgesteckte Wohnungen“ im Zuge der Partizipation möglich, mit Ost- Westbelichtung und zusätzlichem Licht über die Halle. Diese Wohnungen sind so entwickelt, dass auch Büroarbeitsplätze sinnvoll einbezogen werden können.

Im Baukörper mit der Orientierung nach Süden (Haus D) werden die Wohnungen und Dachflächen von

der im Norden gelegenen Halle erschlossen. In den zwei unteren Geschossen (Erdgeschoss und 1. Stock) liegen eingeschossige Wohnungen. In den darüber liegenden Geschossen sind Maisonetten angeordnet. Diese bekommen im Obergeschoss auch von Norden (vom Nachbargrundstück) direktes Licht. (- sie liegen oberhalb der möglichen Nachbarbebauung, die Belichtung dieser Halle erfolgt vom Nachbargrundstück).
Haus E wird von der im Osten gelegenen Mall erschlossen. Sie ist in drei (von 6) Geschossen mit dem
Bau der AH – Altmannsdorf-Hetzendorf eben verbunden: mit direktem Zugang zum Atrium der AH / Planung Treberspurg. Am Dach sind die Waschküchen und die Trockenräume samt vorgelagerter Terrasse. Die ebenfalls allgemein nutzbaren Dachgärten schließen direkt an.
Die durchschnittliche Gebäudehöhe errechnet sich mit <17 Metern, durch die Ausführung des Hauses E mit 5 Stock und die Dachschräge des Hauses D über dem Hallenbereich. (siehe Nachweis).

Fill In: Der Wohnungsschlüssel ist flexibel, mit Typen der Breite von 3 Achsen bis 6 Achsen und Sonderformen. Diese Wohnungstypen können wahlweise und nachfrageabhängig endgültig und / oder partizipativ gewählt werden. Diesem Konzept entspricht die bauliche Ausführung mit tragenden Außenwänden und Leichtwänden im Inneren der Wohnungen. Den Wohnungen sind die von den Erschließungen zugänglichen Versorgungseinrichtungen zugeordnet: Wärmepumpe und Boiler, Filter, Elektrozählung, Zuluft und Fortluft, Sanitär. Die Vorfertigung der tragenden Außenwandelemente ist vorgesehen. Positiv geprüft wurde die Integration von Blindstöcken in die Fertigteile, so, dass auch die kontrollierte Werkstattproduktion und Maßkoordination möglich wird. 

Das Erdgeschoss und der erste Stock ist mit Sondernutzungen vorgeschlagen: Schlechtwetter- Spielräume für die Kinder, in Verbindung mit Aufenthaltsräumen für „Vater und Mutter“, mit Sanitäreinrichtung, (z.B. Kinder- WC), mit im Schatten liegenden Freiflächen, gegliedert, auch mit Stufen zum Sitzen, bis ins Freie reichend (in die Sonne), als Teil der Wohnumfeld- und Freiraum- und Gartengestaltung. Diese beschriebene Zone ist auch Schnittpunkt der Wegeführung, wird von Besuchern und „im täglichen Leben“ begangen, gedacht als ein Nachbarschaft anregender Bereich. Tageslicht fällt vom Hof bis zur Garage in die Untergeschosse, die Garage kann von der Allgemeinfläche und vom Hof im zweiten Untergeschoss eingesehen werden. Die zugeordneten Freiflächen im Gartenniveau sind Teil des Freiraumkonzeptes. Diese Anordnung der Baukörper und auch die „vertikale Organisation“ soll die „Inszenierung der Freizeit“ ermöglichen. Ziel ist die organisatorisch unterstützte Bildung von „Nachbarschaft“, also eines orttypischen „Milieus“. Die Massivbauweise verbessert das thermische Verhalten der Gesamtkonstruktion und garantiert die technisch einfache und bereits im Rohbau erzielbare erforderliche Dichtheit der alle (außer den Garagen) Bereiche umschließenden Gebäudehülle. Anschlüsse in den Bereichen: Sockel – Attika – Auskragung – werden durch die vollständige Trennung der Konstruktion technisch eindeutig gelöst. Fensteranschlüsse werden durch die Abstimmung der Tiefe von Wand und Fenster vereinfacht: siehe Detail. Durch die Lage der Versorgungseinrichtungen in den allgemeinen Teilen des Gebäudes beschränken sich die Anbindungen je Wohneinheit auf die von Allgemeinflächen zugänglichen und einfach wartbaren Installationsschächte.

Qualitätssicherung: Bei der Bauausführung werden spezielle Informationen für die Firmen durch die beteiligten Experten zur Verfügung gestellt. Es wird eine den Erfordernissen eines Passivhauses entsprechende, verstärkte örtliche Bauaufsicht geben. Alle diese Maßnahmen werden schließlich durch thermografische Analysen und Blower- Door- Messungen an den ca. 15 ausgewählten Wohnungen zur Qualitätssicherung abgerundet.

MaSSnahmen zur Einschulung der BewohnerInnen

Die „Einschulung“ soll mit Hilfe der nachstehend angeführten Kommunikationsmittel im Rahmen von sozialorganisatorischen Maßnahmen realisiert werden. Sozialorganisatorische Maßnahmen zur frühen und nachhaltigen Nachbarschaftsbildung und in Folge zur Identifikation mit der neuen Wohn- und Wohnumfeldsituation haben sich bei anderen Wohnanlagen bewährt und sollen auch hier zur Anwendung kommen. Die Bewohner werden zum aktiven Wohnen mit dem neuen Konzept aktiviert werden, was wiederum in vermehrter Wohnzufriedenheit und niederen Energie-Verbrauchswerten erkennbar sein sollte.

Eine höchst aktive Bewohner-Kerngruppe (Mitgliederausschuss in bewährter Genossenschaftstradition) soll mit diesen Maßnahmen mobilisiert werden, welche unter anderem für die Verbreitung wichtiger Informationen nach der Wohnungsübergabe (bspw. häufige Fehler) über den nachbarschaftlichen Bewohnertratsch sorgt.

Eingesetzte Kommunikationsmittel

Laufender Informationsfluss durch Info-Blätter, Website etc.

Durchführen einer Bewohnerbefragung mittels Fragebogen um Informationsdefizite, Bedürfnisse, Beteiligungsbereitschaft und Nutzerverhalten aufzeigen und geeignete Reaktionen setzen zu können

Organisation von Info-Abenden

Durchführung von Workshops in Arbeitsgruppen zu speziellen Themengebieten und zum gegenseitigen Kennen lernen, bspw. zu den Themen Heizen und Lüften, Benutzerverhalten, Mitgestaltung der Grün- und Freiflächen, Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Gemeinschaftsräume

Gemeinsame Errichtung einer kleinen Spielskulptur.

Organisation der laufenden Nachbetreuung

Einrichten eines „Bewohnerservice“ vor Ort (bspw. alle 14 Tage) beginnend drei Monate vor Wohnungsübergabe und Betrieb im Gemeinschaftsraum bis sechs bis neun Monate danach, auch als Initialzündung für Bewohnertreffs. Abschluss eines Servicevertrags mit der Lüftungsgerätefirma

Freiraumorganisation. Die generelle Freiraumorganisation sieht eine ablesbare und erlebbare Hierarchie von  Privatheit  und Öffentlichkeit innerhalb der Anlage vor. Von den privaten Freiräumen auf dem Dach, und Balkons und Terrassen  vor den Fassaden, über Gemeinschaftsflächen unterschiedlicher Qualität und Bestimmung, die sich durch die gesamte Struktur ziehen, vom Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des niedrigeren Bauteils am Kammelweg, über die überdachten Innenhöfe, den zentralen offenen Platz, die großen Wiesen bis hin zu den eher wilden ungeordneten Bereichen im Osten des Bauplatzes.

Hinsichtlich der Aufteilung der Errichtungs-, Erhaltungs- und Pflegekosten der parzellenübergreifenden gemeinsam genutzten Freiräume auf Bauplatz B und E wird eine Kostenzuordnung im Verhältnis der jeweiligen Wohnnutzflächen der einzelnen Bauträger ins Auge gefasst.

Die öffentlichen Freiräume: Die öffentlichen Bereiche werden als kommunikative Visitenkarte der Wohnhausanlage begriffen. Alle Eingänge zu den Gebäuden sind mit Vorplätzen als wichtigen Bindegliedern zum öffentlichen Raum der Straße versehen. Diese Vorfelder des Wohnens sollen die Nutzung der Straße als öffentlichen Raum baulich unterstützen. Die Eingangssituation im Norden bildet ein gemeinsamer Vorplatz, der zwischen der Bebauung der HEIMBAU und den Gebäuden der GESIBA situiert ist. Der öffentliche Gehweg ist in diese Fläche integriert, um einen freien, offenen Zugang zu beiden Geländen zu ermöglichen. Sitzbänke und Schattenbäume laden zum Verweilen ein und dienen als Treffpunkt und kommunikativer Ort. Direkt an den Eingangsbereich angeschlossen befindet sich ein abgesenkter Platz, der durch seine ruhige Oberfläche in Form einer wassergebundenen Wegedecke, zum gemeinschaftlichen, entspannten Zusammensein einlädt.

Die gemeinschaftlich nutzbaren (halböffentlichen) Freiräume: Gemeinschaftsflächen unterschiedlicher Qualität und Bestimmung ziehen sich durch die gesamte Struktur: Die gemeinschaftlich nutzbaren Dachgärten, welche als Sonnendecks und als Nutzgärten dienen, die überdachten und begrünten Erschließungsbereiche, deren Gangsystem sich zu Aufenthaltsplätzen in unterschiedlichen Ebenen des Gebäudes aufweitet und schließlich die ebenerdigen Bereiche rings um die Gebäude. Der hallenartige Innenraum des südlichen Gebäudes (AH) wird durch die Begrünung mit Bambus und Kletterpflanzen zu einem hochwertigen Aufenthaltsbereich. Die funktionale Verbindung dieses ruhigen Innenhofs mit den östlich gelegenen Wiesenflächen erfolgt über einen zentralen offenen Platz. Dieser Platz dient als Verteiler sowie als kommunikativer Aufenthaltsraum mit urbanem Charakter. Bambuspflanzungen und Betonplatten in 2 verschiedenen Farben gliedern diesen Raum. Im zentralen Bereich des Solitärs werden Allgemeinräume angeboten:  diese Räumlichkeiten befinden sich im Gartengeschoss und dem darüber liegenden Galeriegeschoss, und in den darunter liegenden und zum Innenhof orientierten zwei Geschossen, – ebenfalls mit Galerie – Von diesem Hof wird auch die Garage mit Tageslicht belichtet. Diesen Räumen sind auch ein Kinder-WC und Raum für Mutter und Vater, Wickelraum etc zugeordnet. Diese Räumlichkeiten sind auch für Veranstaltungen, Mietertreff, usw., nutzbar. Die halbschattigen Kleinkinderspielplätze sind entweder an die Gebäude, oder an die Spielpavillons angegliedert. Diese Pavillons schließen das Gelände zur Straße hin ab, und sind durch Pergolen miteinander verbunden, sodass schattige bzw. überdachte Spiel- und Aufenthalträume geschaffen werden. Der Spielplatz für ältere Kinder ist am nördlichen Rand situiert; um Lärmbelästigung weitestgehend zu verhindern, werden die Spielgeräte entlang des öffentlichen Durchgangs situiert. Die Wiesen und die eher wilden ungeordneten Bereiche im Osten des Bauplatzes ergänzen und kontrastieren Platz und Hof. Es entsteht eine Abfolge von Bereichen hinsichtlich des Grads der Öffnung - vom verglasten Innenhof, über befestigte, hausnahe Plätze bis hin zu großen Wiesenflächen mit den angelagerten Aufenthaltsbereichen und dem Bereich mit dichtem Vegetationsbestand, die zu den Freiräumen der benachbarten Bauplätze überleiten.

Die privaten Freiräume: der Grossteil der privaten Freiräume ist direkt am Gebäude situiert. Am östlichen Rand der Bebauung befindet sich das Grabeland, in dem sich Mieter Ihren kleinen Traum vom eigenen Garten relativ nahe Ihrer Wohnung verwirklichen können. Sie repräsentieren die unterschiedlichen Angebote privat nutzbarer Gärten: entweder der Erdgeschosswohnung zugeordnet oder in einiger Entfernung zum Gebäude frei zu jeder beliebigen Wohnung zumietbar. Die Gebäude weisen außerdem privat nutzbare Loggien und Balkone, Privat-Dachgärten oder Dachnutzgärten auf. Dem EG sind Terrassen mit kleinen Gartenhäusern vorgelagert. Von den privaten Freiräumen auf dem Dach und als Balkons und Terrassen  vor den Fassaden, über Gemeinschaftsflächen unterschiedlicher Qualität und Bestimmung, die sich durch die gesamte Struktur ziehen, vom Badegarten und dem Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des niedrigeren Bauteils am Kammelweg, über die überdachten Innenhöfe, den zentralen offenen Platz, die großen Wiesen bis hin zu den eher wilden ungeordneten Bereichen im Osten des Bauplatzes.

Die Erschließung: Die Durchwegung der Anlage erfolgt mit Ausnahme des „wilden“ Bereichs im Südosten in Nord Süd Richtung, wobei auf eine große Varianz der Wege Wert gelegt wird (geschützt im Gebäude oder  im Freien, schnelle Wege mit glatten Oberflächen oder langsame Pfade und Wiesenwege). Die Schaffung von monofunktionalen Flächen wird vermieden (Mehrfachnutzung). So sind beispielsweise Gräben und Mulden zur Ableitung und Aufnahme von Tagwässern gleichzeitig Spielanreiz und ökologisch wertvolle Vegetationsfläche. Die zu sichernden ruderalen Bereiche mit Baum- und Strauchbeständen sind gleichzeitig auch Spielräume und erste räumliche Strukturen im Freien. Dachgärten dienen gleichermaßen der Erholung und der Rückhaltung von Niederschlagswasser. Kinderspielbereiche sind zum einen im eher öffentlichen Eingangsbereich der Anlage, gut einsichtig angeordnet (Sozialkontakte.. ) und stehen in Verbindung mit Einrichtungen im Haus, Kinderwagenabstellplatz, Familienraum mit WC und der verglasten multifunktionalen  Eingangszone des Hauses. Daneben steht der „wilde“ Bereich eher dem ungeregelten Spiel zur Verfügung. Kinderspiel: Kinderspiel ist in der Siedlung nicht auf die eigentlichen Kinderspielplätze beschränkt, die so angeordnet sind, dass eine optimale Betreuung und geringe Belästigung der Anrainer erfolgen kann. Die Kleinkinderspielbereiche sind zum einen im eher öffentlichen Eingangsbereich der Anlage, gut einsichtig angeordnet (Sozialkontakte.. ) und stehen in Verbindung mit Einrichtungen im Haus, Kinderwagenabstellplatz, Familienraum mit WC, den Spielpavillons und der verglasten multifunktionalen  Eingangszone des Hauses, Kinderwagenabstellplatz, Familienraum mit WC, den Spielpavillons und der verglasten multifunktionalen  Eingangszone des Hauses. Der Spielplatz für ältere Kinder ist an dem nördlichen Rand situiert, um ein ungestörtes spielen zu ermöglichen, ohne dass die Mieter dadurch zu sehr belästigt werden. Daneben steht der „wilde“ Bereich neben den Spielgeräten für Ältere eher dem ungeregelten Spiel zur Verfügung. Regeln: Die Organisation des Zusammenlebens läst sich nur bedingt baulich – räumlich lösen. Um Nutzungskonflikte optimal zu steuern, wird die Einrichtung eines geeigneten Bewohnerforums (Anlagenausschuss) vorgeschlagen. Lösungsansatz zur parzellenübergreifender und bereits mit Bauplatz E abgestimmten Organisation der Freiräume: Die Chance zu einer parzellenübergreifenden Struktur bietet sich vor allem im Nordosten des Planungsgebietes.  Der dort angelegte Spielplatz ist auch eine Kommunikationsfläche, bei der ein reger Austausch zwischen den Bewohnern gefördert wird. Räumlich wird das durch das Miteinbeziehen des Nachbargrundstückes in die Bepflanzung noch verstärkt. Der romantisch verwilderte Altbestandes wird im Sinne eines Netzes auch in den Nachbarparzellen erhalten und bildet die räumliche Grundstruktur einer größeren, gemeinsam und vielfältig nutzbaren Fläche. Im Norden stellt der gemeinsame Vorplatz einen idealen Treffpunkt für die Bewohner dieser Anlage dar. Im zentralen Bereich werden Allgemeinräume angeboten, offen, oder im geschlossenen Bereich, in der Sonne und im Schatten, mit Stufen und ohne Stufen und Folgeeinrichtungen ausgestattet sind: z.B. Kinder-WC, Wickelplatz, Aufenthalt für Mütter und Väter zur Betreuung von Kleinkindern und Kindern, im Bereich der vertikalen Kommunikationseinrichtungen, (der Stiegen und Aufzüge zu den Wohnungen, Dachterrassen, Garagen und unter Grün -und belichtet angebotenen Einrichtungen).Die privaten Gärten auf den Dächern mit besonders günstiger Aussicht werden ergänzt durch öffentliche Bereiche mit der Breite 15 Meter und der Länge ca. 80 Meter, die so situiert sind, dass diese Bereiche durch Lift und Aufzug für alle Bewohner besonders günstig erschlossen sind und auch Schattenplätze und Toiletteanlagen zur Verfügung stehen. Wasser „ist ein Thema“. Im zentralen Bereich kann die Anlage überdacht und auch windgeschützt durchquert werden.

Ökologische Grundsätze:

In der Beschreibung und in den Datenblättern sind eine Vielzahl von ökologischen Maßnahmen in Bezug auf Energieverbrauch, Baustoffe und Wasserverbrauchsreduzierung genau angeführt. Im folgenden soll eine kurze Zusammenfassung wiedergegeben werden.

Minimaler Energieverbrauch mit Nutzung erneuerbarer Energie

Das Passivhaus benötigt einen minimalen Energieverbrauch für die Raumheizung, wobei über den Südtrakt und die Glaspassage passive Sonnenwärme gewonnen wird. Entsprechende energiesparende Haushaltsgeräte sind vorgesehen. Der verbleibende Strombedarf wird weitgehend solar durch eine Photovoltaikanlage auf dem Gründach abgedeckt.

Wasserverbrauchsreduzierung:

Durch den Einbau wassersparender Armaturen und ein Brauchwassersystem, das über Brunnen versorgt wird, wird der Bedarf an Hochquellwasser weitgehend reduziert.

Verwendung recyclingfähiger bzw. schadstoffarmer Baustoffe insbesondere H-FCKW und H-FKW freier Materialien:

Bei der Auswahl der Baustoffe wurden recyclingfähiger bzw. schadstoffarmer H-FCKW und H-FKW Materialen berücksichtigt (siehe Datenblätter). Besondere Sorgfalt wurde bei der Auswahl von Kunststoffen, Montageschäumen und Klebstoffen angewandt. Es wurden emissionsarme Dispersionsklebstoffe nach EMICODE EC1 „sehr emissionsarm“ der Gemeinschaft emissionskontrollierter Verlegwerkstoffe e.V. ausgewählt. Die Wandfarbe ist aus atmungsfähiger schadstofffreier Leimfarbe, die ausgewählten Fertigparkettböden sind schadstoffarm und umweltfreundlich hergestellt. Bei der Auswahl der Fliesen (Marazzi-Qualität) wird auf nicht radioaktive Materialien zurückgegriffen.

Sämtliche Außenfenster werden aus passivhaustauglichen Holz/Alu- Profilen hergestellt.

AUSSENANLAGEN

Das Baugelände weist eine große Anzahl erhaltenswerter Bäume, Sträucher  und Wildstauden auf, Teilweise Altbestand aus früheren Nutzungen, zum großen Teil jedoch vom Auenstandort beeinflusste Ruderalvegetation. Diese Bestände werden während der Bauphase gesichert (ökologische Bauaufsicht) Die Bestände sind in das Funktions- und Gestaltungskonzept  als wesentliche Elemente einbezogen (v. a. freies Kinderspiel, erste raumwirksame Vegetationsstrukturen). Die kompakte Anordnung der Baukörper bietet gute Voraussetzungen zur Sicherung der Bestände.

In den Außenanlagen werden Pflanzen verwendet, welche dem natürlichen Standort entsprechen. So kann auch ein Beitrag zur Erhaltung der einheimischen Fauna in Wohngebiet geleistet werden. In funktional begründeten Einzelfällen kommen auch nicht einheimische Pflanzen zum Einsatz. Wasser: Generell wird die Maximierung der verdunstenden Oberflächen durch die Verwendung  offener, wasserdurchlässiger Beläge angestrebt. Ein oberflächliches Ableitungs- und  Versickerungssystem, bestehend aus offenen Rinnen, Rigolen und Sickermulden nimmt die anfallenden Tagwässer auf und schafft zugleich Gliederung und Struktur des Geländes. In natürlich geformten Bodensenken wird dieses Wasser gesammelt und versickert. Diese temporären Wasserflächen vermitteln Naturkontakt und bieten attraktive Spielanreize.

Funktionen: Die bereits in der Bauphase gesicherten Ruderalflächen und Gehölzbestände übernehmen die Aufgabe nicht reglementierter Spielbereiche für Kinder. Alte Einzelbäume bilden erste Schattenbereiche im Freiraum. Sickerkeile und Entwässerungsrinnen bilden anregende Strukturen, nicht nur fürs Kinderspiel.

Erschließung: Gebäude und Gelände sind auf vielen Wegen und Pfaden durchquerbar. An den Oberflächen ist die Bedeutung und die Hierarchie des Weges spürbar. Hauptwege der Anlage liegen in Nord Süd Richtung sehr nahe an den Gebäuden, um einen möglichst effizientes Wegenetz zu schaffen, bei dem sich auch Gehbehinderte oder Frauen mit Kinderwägen problemlos und ohne unnötige Anstrengungen durch den Freiraum bewegen können. Es wird jedoch auf eine große Varianz der Wege Wert gelegt. Langsame geschwungene Pfade aus wassergebundener Wegedecke durchziehen das Gelände, ebenfalls wie die schnelle Wege mit glatten Oberflächen. Ablesbarkeit: Das Geflecht vorhandener und über die Bauphase gesicherter Vegetationsstrukturen wird überlagert von einem vornehmlich linear ausgeformten Netz neuer Elemente: Hecken, Wege, Baumreihen, Beleuchtung. Beläge und Vegetation zeigen den Grad der Öffentlichkeit / Privatheit an. Sie bilden eine leicht verständliche Struktur, in der sich der Nutzer schnell zurechtfinden kann. Das Geflecht vorhandener und über die Bauphase gesicherter Vegetationsstrukturen wird überlagert von einem klar strukturiertem Netz neuer Elemente: Hecken, Wege, Baumreihen, Beleuchtung. Patina: Vegetation, vor allem Bäume benötigen Jahrzehnte um ihre volle räumliche und ästhetische Wirkung zu entfalten. Gebaute Elemente müssen ihnen folgen können. Im Freiraum werden deshalb nur jene Materialien Verwendung finden die Spuren des Gebrauchs in Patina verwandeln. Alterungsfähigkeit: Pflanzen, vor allem Bäume benötigen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Die im Freiraum verwendeten Materialien müssen diesen Reifungsprozess begleiten ohne kaputtzugehen. Daher haben einfache, dauerhafte Materialien den Vorzug. Frauen, Betagte, Behinderte, Kinder. Die Gestaltung nimmt Rücksicht auf Frauenbedürfnisse und die Besonderheit der Anforderungen und Erwartungen Betagter und Behinderter, der Kinder: durch Situierung, Zuordnung, unterschiedliche Stufen der Privatheit und Öffentlichkeit, Barrierefreiheit. Vermieden werden dichte Gehölzgruppen und nicht einsehbare Bereiche. Funktional wichtige Räume werden im Eingangsbereich angeordnet. Die Garagen erhalten vom Hof Tageslicht. Dieser Hof ist den Gemeinschaftsräumen vorgelagert, auch die Räume im G1 und G2 im „Solitär“ sind diesem Hof zugeordnet und von diesem belichtet.

Im Bereich des straßenseitigen Zuganges sind die Postkasteln angeordnet, der Müllraum an der Garagenzufahrt und direkt vom straßenseitigen Hauptzugang und der Mall erreichbar.

 

Übersicht:

Heizenergiebedarf für das gesamte Gebäude:

 


Haustechnisches Konzept

Fotovoltaik deckt 75 % bis 100 % des Gerätestromes für Raumheizung und Warmwasser, das

Fotovoltaik – Contracting – Modell sichert optimale Bedingungen für die Nutzer, die 

„Naturkraft“ (Wiener Stadtwerke) wirbt mit dieser Anlage an der Südfassade des „Solitärs"  (Haus A).

Mit Hilfe von modernsten Kleinst-Wärmepumpen werden die einzelnen Wohnungen dezentral mit Wärme versorgt. Dezentrale Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und niedrigstem Leistungsbedarf sorgen für die automatische Komfortlüftung. Da die in der Abluft enthaltene Restwärme mittels Kleinstwärme genutzt wird, kommt ein Erdwärmetauscher zur Vorwärmung der Außenluft zum Einsatz. Dieser ist in der Lage, das Temperaturniveau während der Heizperiode auf +4 bis +8°C anzuheben, sodass die Abluft immer oberhalb dieser Werte liegt und somit von der Kleinstwärmepumpe nutzbar ist. Da im Passivhausstandard 45-60% des gesamten Wärmebedarfs für das Warmwasser benötigt wird, versorgt die Wärmepumpe dieses auch vorrangig. Dadurch steht – ohne elektrische Nachheizung – immer die ausreichende Menge (>120 Liter) Warmwasser zu Verfügung. Die Raumheizung erfolgt durch Wärmeübertragung vom Warmwasserspeicher auf die Zuluft (ca. 40°C). Die elektrische "Notheizung", die üblicherweise für das Warmwasser eingesetzt wird, kommt nun für die Raumwärme zum tragen: Bei einem Verbrauch von wenigen hundert kWh/a sorgt sie für entsprechenden Komfort und auch eine "psychologische" Wärmequelle in einem Gebäude, das scheinbar ohne Heizung funktionieren muß. Dieses Konzept bringt neben niedrigsten Energieverbräuchen und –kosten noch weitere Vorteile mit sich: Einfachste Abrechnung der Heizungs- und Warmwasserkosten (Stromrechnung). Jeder Nutzer bedient und regelt seine Anlage nach seinen eigenen Bedürfnissen. Ein Ausfall einer dezentralen Einheit bleibt ohne Konsequenz für alle anderen Mieter. Letztlich sind durch das weitgehende Entfallen von wasserführenden Leitungen auch geringere Folgekosten zu erwarten.  Bei der Ausbildung der Baukörper mit der vorgeschlagenen zentralen / mittigen Erschließungshalle, die sowohl  durch Oberlicht als auch seitliche große verglaste Bereiche (zur allgemeinen Nutzung) belichtet ist, kann durch die Einbeziehung der Erschließungshalle in den gedämmten Bereich – (und dadurch der Verringerung der Gebäudeoberfläche um ca. 30%), die Abwärme der Garage wird genutzt und von der Bodenheizung in die Mall „eingebracht“ (– Wasser als Wärmeträger / PV – Deckung!) und die Hallentemperatur auf +18° Grad gehalten. Das erlaubt die Dimensionierung der zur Halle hin gelegenen Wohnungswände mit ca. 10 cm Dämmung (statt ca. 30 cm Dämmung). Erst die Beheizung der Zugangsbereiche macht diese Bereiche für die Bewohner während des ganzen Jahres großzügig und individuell nutzbar. Leitungen werden in diesem Bereich geführt, und Wärmeverluste minimiert. Die Wartung der dezentralen Wohnungsaggregate kann vom Zugang erfolgen, Störungen und Geräuschbelästigungen sind ausgeschlossen. Bauliche Schwachpunkte einer 6- geschossigen Bebauung sind (unter anderen) die konstruktiv richtige Ausbildung der Übergänge zur Garage (die unter dem Gebäude vorgeschlagen wird), wesentlich ist die konstruktiv richtige Ausbildung der Dachzonen, mit Attika, Durchdringung, Anschlüssen usw. Dazu werden als Ergebnis bisheriger realisierter Planung von Passivhäusern innovative Vorschläge zur thermischen Trennung gemacht: „System Waclawek“ – siehe Details. Kaltwasserzählung mittels Zähleinrichtung erfolgt individuell über fernauslesbare Kaltwasser-Kapselzähler. Die Abrechnung der Heizungs- und Warmwasserkosten erfolgt über die normale Haushalts-Stromrechnung und verursacht somit keine zusätzliche finanzielle Belastung der Wohnungsnutzer - die Warmwasserzählung kann entfallen, sie ist im vorgeschlagenen System nicht erforderlich, weil Warmwasser von der dezentralen Energieversorgung über den Wärmetauscher vorrangig bereitgestellt wird. 

Dachwässer werden in Zisternen geleitet und als Zweitsystem zur Nutzung im Sanitärbereich und abgestimmt auf das Freiraumkonzept und das Grundwasser ausgeführt: „zweiter Wasserleitungskreis installationsmässig berücksichtigt

Maßnahmen zur Gewährleistung der Luftdichtheit der Gebäudehülle. Die Luftdichtheit wird einerseits durch die massive Bauweise und andererseits durch sorgfältig ausgeführte Details gewährleistet. So werden Fenster und Fenstertüren, wie im Detail erkennbar, mit verklebten Folien eingedichtet. Kabeldurchführungen durch Außenwände werden nur in ganz wenigen Fällen vorgesehen und dann Dauerelastisch verschlossen. Weitgehend vermieden werden Dachdurchdringungen. Sie werden dort, wo auf sie nicht verzichtet werden kann, in Schächten zusammengefasst und luftdicht abgeschlossen. Bei der Einmündung der Schächte in die Garage wird der verbleibende Querschnitt mit Beton ausgegossen. 

Die vorgesehen Alu-Holz-Fenster mit Passivhausstandard werden mit Dichtfolien eingebaut und die Fensterrahmen überdämmt. Die angestrebte Vorfertigung von Wandelementen samt Blindstock erleichtert die Abwicklung. Bei der Ausführung werden durch sorgfältige Kontrollen und Qualitätssicherungsmaßnahmen (Blower-Door-Test, usw.) mögliche kleinere Schwachstellen ausgemerzt. Eine wirksame Sommerlüftung der Wohnungen gewährleisten die zweiflügeligen Dreh- Kipp- Türen. Für verglaste Pufferräume wird ein innenliegender Sonnenschutz in Form von beweglichen textilen Sonnensegeln, die auch die Abstrahlverluste im Winter reduzieren, geplant. Die Erschließungshalle ist mit der Abwärme der Garage geheizt. Durch den Einsatz von ökologisch unbedenklichen Baumaterialien (Blähton, Ziegelsplitt-Recycling-Material, Perlite, Holz-Alufenstern, usw.) wird ein hoher ökologischer Standard erreicht. Beim Innenausbau wird besonders auf ökologisch vorteilhaften Materialeinsatz geachtet.

TQA - Es dient auch in der Planungsphase als Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung. Die Projektanten / Planer sind im Umgang mit dem Instrument erfahren.

 

Die Nachbarschaft mit der Größe von ca. 200 Wohneinheiten und 500 Einwohnern ist gerade richtig, um als solche erlebt und auch für Außenstehende erfasst zu werden. Das Konzept der abgestimmten Planung von Bauplatz B und E ermöglicht diese Synergieeffekte. Eine Nachbarschaft dieser Größe ist geeignet, eine eigene Lebenskultur,  „Subkultur“ entwickeln zu lassen: „Milieubildung“.  Voraussetzung einer solchen identitätsstiftenden Organisation ist die Wahrnehmbarkeit, bzw. definierte Abgrenzung zu umliegenden Bereichen. Bei der beabsichtigten Förderung der Organisation lokaler Gruppen und dem Anbot „inszenierter Freizeiteinrichtung“ wird diese Entwicklung besonders im Bereich gemeinschaftlicher Nutzungen und an den Naht- und Verzahnungsplätzen gefördert werden. Dazu gehört, dass die Grenzen des Bauplatzes eindeutig und auch gestalterisch definiert sind. Beschränkungen des Zutrittes, Toreffekte und deren gestalterische Ausbildung sind Voraussetzungen baulicher Identifikationsstiftung. Deshalb wird der Ausbildung dieser Schwellbereiche besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Im Bereich der Dachnutzungen werden „private“ Dachgärten vor südorientierten Maissonetten angeboten, öffentliche Dachbereiche am Dach der ost- west orientierten Baukörper, samt Folgeeinrichtungen als Voraussetzung für die Annahme der Bewohner, unterstützt durch organisatorische Hilfestellung des Bauträgers. Nutzungen unter Niveau werden unter dem Aspekt der Gestalt und auch Sicherheit mit Lichtöffnungen, bzw. platzartigen Erweiterungen zur intensiven Nutzung angeboten, sie werden durch diese Erschließung auch als Bereiche des täglichen Lebens wahrnehmbar. Das Wegenetz wird so vorgeschlagen, dass für den Einzug, Umzug und Anlieferung sinnvolle Voraussetzungen bestehen, die Befahrbarkeit für die Feuerwehr wird in die Gestaltung integriert, ansonsten ist die Anlage Autofrei.

Im Bereich der ost-west-orientierten Baukörper werden „ durchgesteckteWohnungen mit ost-west- Orientierung angeboten. Diese Wohnungen queren die Hallenbereiche und werden zusätzlich aus der Halle belichtet. Die konstruktiven Voraussetzungen für die freie Wahl der Wohnungstypologie B/C/D ist Teil der Planung. Maßnahmen zur Einschulung der BewohnerInnen: Die „Einschulung“ wird mit den dafür entwickelten  Kommunikationsmitteln im Rahmen von sozialorganisatorischen Maßnahmen realisiert werden. Die Bewohner werden zum aktiven Wohnen mit dem neuen Konzept aktiviert. 

Eingesetzte Kommunikationsmittel:. ständiger Informationsfluss durch Info-Blätter, Website etc. Durchführen einer Bewohnerbefragung mittels Fragebogen um Informationsdefizite, Bedürfnisse, Beteiligungsbereitschaft und Nutzerverhalten aufzeigen und geeignete Reaktionen setzen zu können. Organisation von Info-Abenden. Durchführung von Workshops, in Arbeitsgruppen, zu speziellen Themengebieten und zum gegenseitigen Kennen lernen, bspw. zu den Themen Heizen und Lüften, Benutzerverhalten, Mitgestaltung der Grün- und Freiflächen, Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Gemeinschaftsräume. Gemeinsame Errichtung einer kleinen Spielskulptur, Probewohnen in der Musterwohnung bzw. in der Gästemietwohnung. Organisation der Nachbetreuung: Einrichten eines „Bewohnerservice“ vor Ort, beginnend drei Monate vor Wohnungsübergabe und Betrieb im Gemeinschaftsraum bis drei Monate danach, auch als Initialzündung für Bewohnertreffs. Abschluss eines Servicevertrags mit der Lüftungsgerätefirma (Filtertausch – Einschulung).

Wohnqualität und „Mehrwert“ des Projektes

DURCH DIE Abstimmung DER Planungen DER „ALTMANNSDORF- HETZENDORF“ (BAUPLATZ E) UND DER „HEIMBAU“ (BAUPLATZ B) IN DEN bEREICHEN DER FREI- und GRÜNRAUMplanung, DER MIETERORIENTIERUNG, DER BAUPLANUNG, DER VERSORGUNG und ENTSORGUNG werden SYNERGIEEFFEKTE ERZIELT,

die über die in Einzelprojekten erreichbaren positiven Möglichkeiten hinausgehen und für die künftigen Nutzer von Vorteil sein werden. Die Möglichkeit und das Erfordernis höherer Qualitätsstandards der technischen Details hat für die künftigen Nutzer eine umfassende und hohe Qualität der Wohnumwelt und im Bereich der eigenen Wohnung zur Folge. Die Nutzer werden in die Lage versetzt werden, über die Nutzung und den Gebrauch der Heizung individuell Entscheidungen zu treffen und auf die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen abzustellen. Auch die Möglichkeit öffentliche, halböffentliche und Zugangsbereiche qualitativ hochwertig anzubieten, stellen wichtige Synergieeffekte dar. 

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  © 1999 Architekt Fritz Waclawek