{"id":743,"date":"2013-09-18T10:49:50","date_gmt":"2013-09-18T08:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=743"},"modified":"2013-09-18T10:51:13","modified_gmt":"2013-09-18T08:51:13","slug":"weltkulturerbe-die-baukunst-zerstoert-die-baukunst","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=743","title":{"rendered":"WELTKULTURERBE &#8211; \u201eDIE BAUKUNST ZERST\u00d6RT DIE BAUKUNST\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Statement von Fritz Waclawek.<\/p>\n<p>ZUR ENTWICKLUNG.<br \/>\nDer Gedanke der Denkmalpflege ist in Wahrheit nicht \u00e4lter als das 19. Jhdt. 1830 ist die Zeitgrenze des von \u201eObrigkeitswegen betriebenen Denkmalfrevels\u201c in Frankreich. Um diese Zeit \u201eentstehen Wertungen\u201c im Zusammenhang mit Dankmalpflege und Renovation. Erst der \u201ehistorische Geist\u201c im 19. Jhdt. kultiviert die Achtung vor der \u201ehistorischen Existenz\u201c. Der Historismus des 19. Jhdts. hat aber au\u00dfer seiner \u201eechten Tochter\u201c, der Denkmalpflege, ein<br \/>\n\u201eillegitimes Kind gezeugt\u201c: die \u201eRestauration\u201c:<br \/>\nDenkmalpflege und Restauration werden oft miteinander verwechselt, und sind doch Antipoden.<br \/>\nDie Denkmalpflege will Bestehendes erhalten,<br \/>\ndie Restauration will \u201eNichtbestehendes Wiederherstellen\u201c eine \u201eFiktion\u201c?<br \/>\n\u201eMan kann eben nur konservieren, was noch ist \u2013 was vergangen ist, kehrt nicht wieder\u201c.<\/p>\n<p>Auf internationaler Ebene sind Schutz und Pflege der Denkm\u00e4ler Aufgabe der seit<br \/>\n1945 bestehenden UNESCO, seit<br \/>\n1965 ausgeweitet auf die ICOMOS (Intern Council of Monuments and Sites), seit<br \/>\n1972 Schutz der Kulter- und Naturerbes der Welt. (IUCN)<\/p>\n<p>WERTE?<\/p>\n<p>die Zerst\u00f6rung der Werke \u00e4lterer Kunstepochen ist nicht ohne weiteres ein \u201eZeichen der Barbarei\u201c, es kann auch \u201eFolge der Schaffenslust und Dynamik \u201c einer sich selbst vertrauenden Gegenwart sein.<br \/>\n(zitiert aus Dehio, das Statement ist aus dem Jahr 1914).<br \/>\nIn diesem Sinn kann argumentiert werden:<br \/>\nDenkm\u00e4ler werden (in Wien) auch durch \u201eWiederherstellung\u201c bedroht, durch \u201eoberfl\u00e4chliche\u201c Restauration.<\/p>\n<p>POSITIONEN?<\/p>\n<p>die Baukunst zerst\u00f6rt die Baukunst \u2013 \u201eso war es immer, und man nahm es hin, wie eine Notwendigkeit\u201c.<\/p>\n<p>DIE WIENER ENTWICKLUNG<\/p>\n<p>macht klar, dass die Entwicklung der sozialen und baulichen Gestalt der \u201eWiener Altstadt und der Vorst\u00e4dte\u201c in Ihrer Dynamik und Abh\u00e4ngigkeit von Konstanten der Entwicklung stark vom \u201eWandel\u201c gepr\u00e4gt sind.<br \/>\nWandel z.B. von der mittelalterlichen Stadt zur barocken Stadt und Residenz,<br \/>\nbei pr&aumL;gender Bedrohung durch die T\u00fcrken: Wien als st\u00e4rkste Festung des Abendlandes, in Grenzlage in Europa.<br \/>\n(mittelalterlich- gotisch:<br \/>\nNebeneinander von schmalen und sozial differenziert auch breiteren Grundst\u00fccken, der Stra\u00dfenraster ist stabil,<br \/>\ndie Eigentumsverh\u00e4ltnisse sind stabil),<br \/>\nWandel und Entwicklung von der B\u00fcrgerstadt zur Stadt der Wirtschaftsb\u00fcrger,<br \/>\nund der Verdr\u00e4ngung der B\u00fcrger und der Z\u00fcnfte \u201eaus der Stadt\u201c<br \/>\nEntwicklung des Miethauswesens,<br \/>\nWandel der Adelsstadt mit der intellektuelle Elite zur Barocken Residenz,<br \/>\nab 1683: langsame Vorstadtbildung, Abwandern des Gewerbes trotz Gegensteuerung,<br \/>\nBeginn der Polyzentralen Entwicklung Wiens mit den Vorst\u00e4dten,<br \/>\nEntwicklung der Altstadt zur City, Hinausdr\u00e4ngen des Hofstaates und des Beamtenstandes,<br \/>\nWandel in der Gr\u00fcnderzeit und zur Weltstadtbedeutung,<br \/>\nEntfestigung, mit der Folge von:<br \/>\nRingstrasse \u2013 Regierungsviertel statt Adelsviertel \u2013 Bodenpreisanstieg \u2013<br \/>\nv\u00f6lliger Umbau des Bereiches Graben \/ Hoher Markt, Entwicklung von Hauptgesch\u00e4ftsstrassen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statement von Fritz Waclawek. ZUR ENTWICKLUNG. Der Gedanke der Denkmalpflege ist in Wahrheit nicht \u00e4lter als das 19. Jhdt. 1830 ist die Zeitgrenze des von \u201eObrigkeitswegen betriebenen Denkmalfrevels\u201c in Frankreich. Um diese Zeit \u201eentstehen Wertungen\u201c im Zusammenhang mit Dankmalpflege und Renovation. Erst der \u201ehistorische Geist\u201c im 19. Jhdt. kultiviert die Achtung vor der \u201ehistorischen Existenz\u201c. Der Historismus des 19. Jhdts. hat aber au\u00dfer seiner \u201eechten Tochter\u201c, der Denkmalpflege, ein \u201eillegitimes Kind gezeugt\u201c: die \u201eRestauration\u201c: Denkmalpflege und Restauration werden oft miteinander verwechselt, und sind doch Antipoden. Die Denkmalpflege will Bestehendes erhalten, die Restauration will \u201eNichtbestehendes Wiederherstellen\u201c eine \u201eFiktion\u201c? \u201eMan kann eben nur konservieren, was noch ist \u2013 was vergangen ist, kehrt nicht wieder\u201c. Auf internationaler Ebene sind Schutz und Pflege der Denkm\u00e4ler Aufgabe der seit 1945 bestehenden UNESCO, seit 1965 ausgeweitet auf die ICOMOS (Intern Council of Monuments and Sites), seit 1972 Schutz der Kulter- und Naturerbes der Welt. (IUCN) WERTE? die Zerst\u00f6rung der Werke \u00e4lterer Kunstepochen ist nicht ohne weiteres ein \u201eZeichen der Barbarei\u201c, es kann auch \u201eFolge der Schaffenslust und Dynamik \u201c einer sich selbst vertrauenden Gegenwart sein. (zitiert aus Dehio, das Statement ist aus dem Jahr 1914). In diesem Sinn kann argumentiert werden: Denkm\u00e4ler werden (in Wien) auch durch \u201eWiederherstellung\u201c bedroht, durch \u201eoberfl\u00e4chliche\u201c Restauration. POSITIONEN? die Baukunst zerst\u00f6rt die Baukunst \u2013 \u201eso war es immer, und man nahm es hin, wie eine Notwendigkeit\u201c. DIE WIENER ENTWICKLUNG macht klar, dass die Entwicklung der sozialen und baulichen Gestalt der \u201eWiener Altstadt und der Vorst\u00e4dte\u201c in Ihrer Dynamik und Abh\u00e4ngigkeit von Konstanten der Entwicklung stark vom \u201eWandel\u201c gepr\u00e4gt sind. Wandel z.B. von der mittelalterlichen Stadt zur barocken Stadt und Residenz, bei pr&aumL;gender Bedrohung durch die T\u00fcrken: Wien als st\u00e4rkste Festung des Abendlandes, in Grenzlage in Europa. (mittelalterlich- gotisch: Nebeneinander von schmalen und sozial differenziert auch breiteren Grundst\u00fccken, der Stra\u00dfenraster ist stabil, die Eigentumsverh\u00e4ltnisse sind stabil), Wandel und Entwicklung von der B\u00fcrgerstadt zur Stadt der Wirtschaftsb\u00fcrger, und der Verdr\u00e4ngung der B\u00fcrger und der Z\u00fcnfte \u201eaus der Stadt\u201c Entwicklung des Miethauswesens, Wandel der Adelsstadt mit der intellektuelle Elite zur Barocken Residenz, ab 1683: langsame Vorstadtbildung, Abwandern des Gewerbes trotz Gegensteuerung, Beginn der Polyzentralen Entwicklung Wiens mit den Vorst\u00e4dten, Entwicklung der Altstadt zur City, Hinausdr\u00e4ngen des Hofstaates und des Beamtenstandes, Wandel in der Gr\u00fcnderzeit und zur Weltstadtbedeutung, Entfestigung, mit der Folge von: Ringstrasse \u2013 Regierungsviertel statt Adelsviertel \u2013 Bodenpreisanstieg \u2013 v\u00f6lliger Umbau des Bereiches Graben \/ Hoher Markt, Entwicklung von Hauptgesch\u00e4ftsstrassen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/743"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=743"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/743\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":745,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/743\/revisions\/745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}