{"id":746,"date":"2013-09-18T10:52:42","date_gmt":"2013-09-18T08:52:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=746"},"modified":"2013-09-27T16:35:58","modified_gmt":"2013-09-27T14:35:58","slug":"weltkulturerbe-sitzung-im-oeiav","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=746","title":{"rendered":"WELTKULTURERBE \u201eSitzung im \u00d6IAV&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Statement von Fritz Waclawek.<\/p>\n<p>Statements als Basis f\u00fcr das Gespr\u00e4ch am 25 11 2003 im Forum Stadtplanung:<br \/>\ngemeinsam mit Erich Bramhas habe ich das Forum Stadtplanung in den 70ern gegr\u00fcndet,<br \/>\nin meinem B\u00fcro fanden die Zusammenk\u00fcnfte statt, Teilnehmer waren Wurzer Swoboda Meier Busek L\u00f6tsch Kainrath Hofmann Ullram Gehmacher usw.,<br \/>\nalso Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft<br \/>\n(auch) bauliche Entwicklungen h\u00e4ngen von gesellschaftlichen und \u00d6konomischen Ph\u00e4nomenen ab.<br \/>\nstrukturelle \u00c4nderungen entwickeln sich (meist) \u00fcber Generationen, mit ihnen Werthaltungen: Wandel<\/p>\n<div class=\"message-box-wrapper blue\">\n<div class=\"message-box-title\">Dehio \u2013 Bauwelt Fundamente 80<\/div>\n<div class=\"message-box-content\">im Projektmanagement ist die Projektumfeldanalyse unverzichtbar.<br \/>\nDas ist &#8211; unter anderem &#8211; Teil meines Know hows.<br \/>\nDiese Projektumfeldanalyse, ausgedehnt auf ein Statement von Georg Dehio, von 1914,<br \/>\ngibt Einblick in das Entstehen von Wertungen im Zusammenhang mit Dankmalpflege und Renovation.<br \/>\nDie grundlegenden Arbeiten von Frau Elisabeth Lichtenberger machen die Entwicklung der<br \/>\nsozialen und baulichen Gestalt der Wiener Altstadt und der \u201eVorst\u00e4dte\u201c nachvollziehbar \u2013<br \/>\nin Ihrer Dynamik und Abh\u00e4ngigkeit, von Konstanten der Entwicklung, und vom \u201eWandel\u201c.<br \/>\nWandel z.B.<br \/>\nvon der mittelalterlichen Stadt zur barocken Stadt,<br \/>\nzur Gr\u00fcnderzeit und Weltstadtbedeutung,<br \/>\nvom Bedeutungsverlust und der Relativierung der Gr\u00f6sse im Reigen der Megast\u00e4dte.<\/p>\n<p>Statements zu Sichtweisen und Entwicklung der Denkmalpflege Basis: Dehio- zu Beginn des 19. Jahrhunderts<br \/>\ndie bauliche Entwicklung Wiens Lichtenberger<br \/>\nbauliche (soziale) \u00c4nderung<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"message-box-wrapper red\">\n<div class=\"message-box-title\">Elisabeth Lichtenberger<\/div>\n<div class=\"message-box-content\">\nauf der Basis der Analyse gesellschaftlicher und \u00f6konomischer Ph\u00e4nomene,<br \/>\nEntwicklung von der B\u00fcrgerstadt- Wirtschaftsb\u00fcrger<br \/>\nzur Adelsstadt- intellektuelle Elite- Barocke Residenz;<br \/>\nB\u00fcrger \/ Z\u00fcnfte \u201eaus der Stadt\u201c Lebensbasis der b\u00fcrgerlichen Oberschichte:<br \/>\nRendite des Miethauswesens<br \/>\nParzelle:<br \/>\nmittelalterlich- gotisch: Nebeneinander von schmalen und-<br \/>\nsozial differenziert- auch breiteren Grundst\u00fccken,<br \/>\nder Stra\u00dfenraster ist stabil<br \/>\ndie H\u00f6hen entwickeln sich in \u201eJahrhunderschritten\u201c:<br \/>\n\u00c4nderung der Silhouette der Altstadt<br \/>\n1566 bis 4 Geschosse Mittel: 3 Geschosse<br \/>\n1664 bis 5 Geschosse Mittel 3-4 Geschosse<br \/>\n1795 bis 7 Geschosse Mittel 4-5 Geschosse<br \/>\nAnmerkung: neuer Bautyp: der Arkadenhof der Renaissance<br \/>\nLaubengangerschlie\u00dfung<br \/>\nHeiligenkreuzer Hof<br \/>\nSoziale Gliederung<br \/>\nmittelalterliche B\u00fcrgerstadt Konstanten sind: Stra\u00dfenraster, Eigentumsverh\u00e4ltnisse<br \/>\nWachstum, zur<br \/>\nBarocken Residenz Pr\u00e4gend: Bedrohung durch die T\u00fcrken<br \/>\nWien als st\u00e4rkste Festung des Abendlandes<br \/>\nGrenzlage in Europa<br \/>\n1683 Wende langsame Vorstadtbildung-<br \/>\ntrotz dem Bestreben des Hofquartieramtes<br \/>\nAbwandern des Gewerbes- Polyzentrale Entwicklung \/ Vorstadt<br \/>\nEntwicklung der Altstadt zur City Hinausdr\u00e4ngen des Hofstaates und des Beamtenstandes<br \/>\nGr\u00fcnderzeit<br \/>\nEntfestigung, mit der Folge von Ringstrasse \u2013<br \/>\nRegierungsviertel statt Adelsviertel \u2013<br \/>\nBodenpreisanstieg \u2013<br \/>\nv\u00f6lliger Umbau des Bereiches Graben \/ Hoher Markt<br \/>\nEntwicklung von Hauptgesch\u00e4ftsstrassen<br \/>\nKonstanten sind Kl\u00f6ster und Barockpal\u00e4ste, &#8230;..<br \/>\nBesitz der &amp;\u00d6uml;ffentlichen Hand<br \/>\nab 1918 verschwinden des Bankenviertels, Zeitungsviertels,<br \/>\nverschwinden von Betriebsst\u00e4tten und<br \/>\nWohnungen und h\u00f6chstspezialisierte Dienstleistung<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"message-box-wrapper blue\">\n<div class=\"message-box-title\">Dehio \u2013 Bauwelt Fundamente 80<\/div>\n<div class=\"message-box-content\">\n<p>Zeit<br \/>\nder Gedanke der Denkmalpflege ist in Wahrheit nicht \u00e4lter als das 19. Jhdt. &#8211; 90<br \/>\n1830 ist die Zeitgrenze des von \u201eObrigkeitswegen betriebenen Denkmalfrevels\u201c \u2013 in Frankreich (94) 91<br \/>\nder \u201ehistorische Geist\u201c im 19. Jhdt. (kultiviert die) Achtung vor der historischen Existenz \u2013 91<br \/>\nDer Historismus des 19. Jhdts. hat aber au\u00dfer seiner echten Tochter, der Denkmalpflege, ein illegitimes Kind gezeugt: das Restaurationswesen. Sie werden oft miteinander verwechselt, und sind doch Antipoden.<br \/>\nDie Denkmalpflege will Bestehendes erhalten,<br \/>\ndie Restauration will Nichtbestehendes Wiederherstellen \u2013 \u201eFiktion\u201c. \u2013<br \/>\n\u201eMan kann eben nur konservieren, was noch ist \u2013 was vergangen ist, kehrt nicht wieder\u201c \u2013 97<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"message-box-wrapper yellow\">\n<div class=\"message-box-title\">Waclawek<\/div>\n<div class=\"message-box-content\"> die Losung lautet: nicht restaurieren, wohl aber konservieren \u2013 98<br \/>\nSchutz und Pflege der Denkm\u00e4ler auf internationaler Ebene sind eine Aufgabe der seit 1945 bestehenden UNESCO, seit 1965 ausgeweitet auf die ICOMOS (Intern Council of Monuments and Sites), 1972 Schutz der Kulter- und Naturerbes der Welt. (IUCN)<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"message-box-wrapper blue\">\n<div class=\"message-box-title\">Dehio \u2013 Bauwelt Fundamente 80<\/div>\n<div class=\"message-box-content\">Werte?<br \/>\ndie Zerst\u00f6rung der Werke \u00e4lterer Kunstepochen ist nicht ohne weiteres ein Zeichen der Barbarei \u2013<br \/>\nes kann auch Folge \u00fcberstr\u00f6uml;mender Schaffenslust einer sich selbst vertrauenden Gegenwart sein &#8211; 90 anscheinend lediglich konservativ in seiner Tendenz, (Denkmalschutz) f\u00fchrt er zu Konsequenzen, die in \u201eden Sozialismus weisen\u201c \u2013 und mit dem Liberalismus in Konflikt geraten lassen &#8211; 92<br \/>\nder Staat hat nicht Augen genug, er kann nicht all das Viele und Kleine , auf das es ankommt, sehen;<br \/>\nseine Organe sind auch nicht geschmeidig genug, den immer wechselnden \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnissen sich prompt anzupassen. einen ganz wirksamen Schutz wird wird nur das Volk selbst aus\u00fcben, &#8230;-96<br \/>\nVon dem Augenblick ab, wo wir wieder eine klare und einheitliche Bauk\u00fcnstlerische \u00dcberzeugung haben werden \u2013 von diesem Augenblick ab wird der vom Hauptstrom der schaffenden Kunst verirrte Nebenarm, der unter dem Namen der Wiederherstellung unserer alten Denkm\u00e4ler bedroht, in sein nat\u00fcrliches Bett zur\u00fcckkehren. &#8211; 103<\/p>\n<p>Positionen?<br \/>\ndie Baukunst zerst\u00f6rt die Baukunst \u2013 \u201eso war es immer, und man nahm es hin, wie eine Notwendigkeit\u201c &#8211; 89<\/p>\n<p>Umgang?<br \/>\nDenkmalschutz ist nicht durchf\u00fchrbar ohne Beschr\u00e4nkung der Interessen des Verkehrs, der Arbeit, der individuellen N\u00fctzlichkeitsmotive &#8211; 94<\/p>\n<p>\u00c4nderung \/ Wandel?<br \/>\ndie Werte der bildenden Kunst sind in Bezug auf Dauer am schlechtesten gestellt, zu folge ihrer Doppelnatur;<br \/>\ndas herrschende Recht ber\u00fccksichtigt sie (nur) als k\u00f6rperliche Wesen,<br \/>\nihr wahres Wesen ist doch ein geistiges \u2013<br \/>\ndas Interesse der Gesamtheit \u00fcberwiegt ganz unermesslich das Interesse des Individuums \u2013 92<br \/>\nEinen noch schwereren Stand haben die unbeweglichen Denkm\u00e4ler \u2013 93<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"message-box-wrapper green\">\n<div class=\"message-box-title\">Internationale Organisationen<\/div>\n<div class=\"message-box-content\">\n<p>Rezeption?<br \/>\nVerfeinerung des historischen Sensoriums? &#8211; 89<\/p>\n<p>Fortschritt meint \u00fcblicherweise die Erh\u00f6hung des Produktions- und Leistungsvolumens pro Person und Zeiteinheit, der Fortschritt in der G\u00fcterversorgung und der soziale Fortschritt sind hievon abgeleitete Gr\u00f6\u00dfen<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr die industrialisierten L\u00e4nder der westlichen Welt sind beim \u00dcbergang von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft Unternehmenskrisen allt\u00e4glich geworden. Vier Ursachen sind es: hausgemachte, wachstumsspezifische, konjunkturelle, strukturelle&#8220;. Dazu wird angemerkt:<br \/>\ns\u00e4mtliche, heute im Unternehmen verwendeten Steuerungs- und Informationssysteme liefern fast ausschlie\u00dflich operative &#8222;R\u00fcckspiegel-Daten.<br \/>\nOperative Daten sind f\u00fcr eine Unternehmensleitung systematisch irref\u00fchrend; je g\u00fcnstiger das Bild der Vergangenheit, das die operativen Daten liefern, um so gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr strategischer Fehler&#8230;<br \/>\nStrategische Fehler sind irreversibel. Sie sind deshalb nicht korrigierbar, weil vom Zeitpunkt ihres Aufscheinens im operativen Datenbereich an, nicht mehr gen\u00fcgend Zeit verbleibt, um noch sinnvoll zu reagieren. Die Fehlerkorrektur fordert daher immer Sonder- und Ausnahmema\u00dfnahmen. (Unternehmenskrise)<br \/>\nStrategisches Management soll &#8222;hausgemachte Unternehmenskrisen&#8220; verhindern, operatives Management verursacht &#8222;hausgemachte Unternehmenskrisen&#8220;.<br \/>\nPrognosen bilden eine wesentliche Grundlage f\u00fcr<br \/>\nStrategieformulierungen.<\/p>\n<p>Symposium: die lebenswerte und nachhaltige Stadt der Zukunft<br \/>\nanl\u00e4sslich des 100. Geburtstags von Victor Gruen<br \/>\nSpannungsfeld: WISSEN und GEWISSEN<br \/>\nRICHTIG und FALSCH<\/p>\n<p>Zur gegenw\u00e4rtigen Situation, und der Sicht der \u201eAnderen\u201c,<br \/>\nam Beispiel des Kyoto- Protokolls:<br \/>\nDie CH hat 2003 das Kyoto- Protokoll unterzeichnet \u2013 die USA wird nicht unterzeichnen.<br \/>\nEines der von der ETH Z\u00fcrich durchgerechneten Szenarien \u2013<br \/>\n(das einzige, mit dem sich das CO\u00b2 &#8211; Gesetz in der Schweiz erf\u00fcllen l\u00e4sst)<br \/>\ngeht von einer massiven CO\u00b2 Abgabe f\u00fcr fossile Brennstoffe wie f\u00fcr Treibstoffe aus.<br \/>\n3\/4 des Zielbetrages kann die effiziente Nutzung von Energie leisten,<br \/>\ndie Umsetzung des CO\u00b2 Gesetzes w\u00fcrde das Wirtschaftswachstum \u201ekaum wahrnehmbar\u201c beeintr\u00e4chtigen, sogar neue Arbeitspl\u00e4tze schaffen, &#8230;<br \/>\ndie Autoren fordern einen neue Betrachtung der Klimapolitik, diese sollte als Teil einer langfristig angelegten Innovationspolitik verstanden werden.<br \/>\nGrunds\u00e4tze prozesshafter Planung formuliert:<br \/>\nEs wird nicht das Separierte angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Wechselwirkungen umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht das Umfassende angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Selektivit\u00e4t umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht Linearit\u00e4t angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Kreisl\u00e4ufen umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht Objektivit\u00e4t angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Subjektivit\u00e4t umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht Sicherheit angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Unsicherheit umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht ein Ziel angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Vielfalt umzugehen.<br \/>\nEs wird nicht eine Entscheidung angestrebt, sondern die F\u00e4higkeit mit Offenheit umzugehen.<\/p>\n<p>L\u00f6sungen<br \/>\nMehr Desselben,<br \/>\nweniger vom Selben,<br \/>\nmehr vom Gegenteil<br \/>\nsind beliebte L\u00f6sungsans\u00e4tze<br \/>\n\u201emoralisch kann man ja vielleicht sein \u2013 rational sicher nicht!\u201c<br \/>\nZitiert nach: R. Selten, Wirtschaftswissenschaftsnobelpreistr\u00e4ger:<br \/>\n\u201ewir brauchen die Rationalit\u00e4t, um ein Problem genauer definieren zu k\u00f6nnen,<br \/>\nder Mensch m\u00f6chte rational sein, er schafft es nur nicht. Er kann es grunds\u00e4tzlich nicht schaffen. So wie er auch moralisch sein m\u00f6chte. Das schafft ja auch niemand. Aber das ist vielleicht noch ein bisschen einfacher: Man kann ja ein Heiliger werden:<br \/>\nAber voll rational kann man nicht werden.\u201c<\/p>\n<p>Das ZUP formuliert und bekennt sich zu Werten als Basis seiner T\u00e4tigkeit und<br \/>\nals Basis von \u201eWandel\u201c: Wissen und Gewissen.<\/p>\n<p>Die vom ZUP vorgeschlagene Zugrundelegung und Unterscheidung von unab\u00e4nderlichen zwingenden Gegebenheiten und bedingt \u00e4nderbaren, die als ma\u00dfgebend definiert werden, k\u00f6nnen zukunftssichernde und verbindliche Basis sein.<br \/>\nDer auch im Zuge der Globalisierung \u201evon der Industrie, Politik usw.\u201c vorgegebene und auf die &#8222;Produktlebenszeit&#8220;: eingeschr\u00e4nkte Zeitbegriff schlie\u00dft diese vom ZUP als die unab\u00e4nderlichen und bedingt \u00e4nderbaren definierten Gegebenheiten aus. Wichtige Grenzen psychologischer, sozialer, personaler, menschlicher, weniger aber technischer und materieller Art werden aus der Betrachtung ausgeschlossen, so dass die Beschleunigung industrieller Trends verst\u00e4rkt und unkontrolliert wirksam werden kann:<\/p>\n<p>Ziele stehen nicht im Vorhinein fest<br \/>\nDie grundlegenden menschlichen Probleme sind ethische Probleme.<br \/>\nDazu: zu den \u201eGrunds\u00e4tzen und Zielen\u201c des Allgemeinen (\u00d6sterreichischen) Hochschulstudiengesetztes z\u00e4hlt (1994) Bildung durch Wissenschaft.<br \/>\nStudierende sollen jene \u201eHaltung erwerben, die in sachlicher Einstellung, klarer Urteilsf\u00e4higkeit, intellektueller Redlichkeit und Toleranz sowie erh\u00f6hter Verantwortlichkeit gegen\u00fcber der Republik &amp;\u00d6uml;sterreich und der menschlichen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.<\/p>\n<p>\u201eSt\u00e4dtebau ist unter den Wiener Architekten fast eine Marktl\u00fccke\u201c<br \/>\nZitat aus Forum, 2003; Adolf Krischanitz:<br \/>\n\u201eDas st\u00e4dtebauliche Moment unterliegt als Disziplin immer mehr einer Vorgangsweise, in der das spektakul\u00e4re Einzelgeb\u00e4ude \u201ealle Probleme durch eine Auff\u00e4lligkeit\u201c l\u00f6st.<br \/>\nLeute, die sich nachdr\u00fccklich mit der Stadt besch\u00e4ftigen, werden nicht wirklich gesch\u00e4tzt.<br \/>\n\u00fcbrig bleiben (oft) jene, denen die Stadt kein wirkliches Anliegen mehr ist, die kaum willens oder in der Lage sind, all diese komplexen Bez\u00fcglichkeiten zu einem durchaus radikalen Entwurf zu vernetzen.<\/p>\n<p>Man sieht also, dass das Wort Ver\u00e4nderung sehr verschieden verwendet werden kann: Einmal die Ver\u00e4nderung von einem internen Zustand zu einem anderen, und gleichsam dar\u00fcberstehend die Ver\u00e4nderung einer Ver\u00e4nderung, also die Ver\u00e4nderung eines Gesamtverhaltens.<\/p>\n<p>Es liegt im Wesen der Tradition, Fortbestand von Werten und Verhaltensweisen zu sichern. In diesem Sinn hat sie die Funktion eines Einheitselementes. Dagegen liegt es im Wesen von Revolution, dass sie tiefgreifende Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren. Revolution\u00e4re Aktionen, die dieser Forderung nicht entsprechen, haben bewahrende Funktion.<\/p>\n<p>Mit &#8222;mehr desselben&#8220; als Rezept f\u00fcr gew\u00fcnschte \u00c4nderungen wird oft die &#8222;L\u00f6sung&#8220; zum Problem, boshaft k\u00f6nnte man als Planungsbetroffener sagen &#8222;mehr Bauordnung ist m\u00f6glicherweise nicht Probleme, sondern schafft Bauordnungsprobleme&#8220;.<br \/>\nAllgemeiner: nach dem 4. Gruppengesetz ergibt die Kombination des Einheitselementes mit dem Inversen das Einheitselement. (In der Sprache der Kybernetik: negative R\u00fcckkopplung.) Viele versuchte [\u00c4nderungen scheitern eben daran, dass ein Wandel 1. Ordnung die gew\u00fcnschte \u00c4nderung deswegen nicht bewirken kann, weil dazu die Struktur des Systems selbst ge\u00e4ndert werden muss, was nur durch eine Ver\u00e4nderung 2. Ordnung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>1. Das Bestehen einer Schwierigkeit wird geleugnet, das hei\u00dft eine L\u00f6sung ist notwendig, wird aber nicht einmal versucht.<br \/>\n2. Es wird versucht, eine Schwierigkeit zu l\u00f6sen, die entweder unl\u00f6sbar ist oder \u00fcberhaupt nicht besteht. Der L\u00f6sungsversuch wird damit utopisch.<br \/>\n3. Eine Fehll\u00f6sung wird dadurch begangen und ein Spiel ohne Ende dadurch herbeigef\u00fchrt, dass entweder eine Ver\u00e4nderung 1. Ordnung dort versucht wird, wo die L\u00f6sung nur auf der n\u00e4chsth\u00f6heren Stufe logischer Abstraktion gefunden werden kann oder es wird umgekehrt eine L\u00f6sung 2. Ordnung dort versucht, wo eine solcher 1. Ordnung angebracht w\u00e4re:<br \/>\neine L\u00f6sung wird also auf der falschen Abstraktionsstufe angestrebt.<br \/>\n4. Die praktische L\u00f6sung eines praktischen Problems wird von der Erreichung eines Zieles abh\u00e4ngig zu machen, das fern, nicht erreichbar oder nicht erstrebenswert ist.<\/p>\n<p>Das &#8222;mehr Staat&#8220; wird mehrfach begr\u00fcndet mit:<br \/>\nder regulativen Ordnungsfunktion. Ohne diese zunehmende regulative Leistung w\u00fcrde die Kalkulierbarkeit und damit der Effekt des Wirtschaftsprozesses entscheidend gemindert.<br \/>\nder Legitimationsfunktion. Es handelt sich um die Aufgabe der sogenannten politischen Entscheidungstr\u00e4ger (sie entscheiden wenig und verantworten &#8222;alles&#8220;: die Arbeitslosigkeit, Fehlinvestitionen der privaten Wirtschaft, Versagen der B\u00fcrokratie, &#8230;)<br \/>\nder Infrastrukturfunktion. Schaffung der allgemeinen Vorbedingungen f\u00fcr wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten: qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte, Infrastrukturvoraussetzungen&#8230;<br \/>\nder Entsorgungsfunktion von z. B. externen Effekten einzelbetrieblich kalkulierter Industrieproduktion. Die Belastung von Luft und Wasser, das Abfallproblem und das L\u00e4rmproblem, das Auseinanderdriften von Regionen oder Wirtschaftssektoren im Hinblick auf deren &#8222;Niveau&#8220; usw.<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statement von Fritz Waclawek. Statements als Basis f\u00fcr das Gespr\u00e4ch am 25 11 2003 im Forum Stadtplanung: gemeinsam mit Erich Bramhas habe ich das Forum Stadtplanung in den 70ern gegr\u00fcndet, in meinem B\u00fcro fanden die Zusammenk\u00fcnfte statt, Teilnehmer waren Wurzer Swoboda Meier Busek L\u00f6tsch Kainrath Hofmann Ullram Gehmacher usw., also Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft (auch) bauliche Entwicklungen h\u00e4ngen von gesellschaftlichen und \u00d6konomischen Ph\u00e4nomenen ab. strukturelle \u00c4nderungen entwickeln sich (meist) \u00fcber Generationen, mit ihnen Werthaltungen: Wandel<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/746"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=746"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/746\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1381,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/746\/revisions\/1381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}