{"id":753,"date":"2013-09-18T11:00:32","date_gmt":"2013-09-18T09:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=753"},"modified":"2013-09-18T11:00:32","modified_gmt":"2013-09-18T09:00:32","slug":"mietermitbestimmung-und-langfristige-trends-auf-dem-wohnungsmarkt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=753","title":{"rendered":"MIETERMITBESTIMMUNG UND LANGFRISTIGE TRENDS AUF DEM WOHNUNGSMARKT"},"content":{"rendered":"<p>Ortsver\u00e4nderungen werden zunehmen, sowohl durch Wanderung wie durch Platzwechsel.<\/p>\n<p>\u00c4nderungen in der Einkommenslage (Aufstieg &#8211; Abstieg) wie in der Haushaltsstruktur (Partnerwechsel, Wegzug der Kinder) werden die Tendenzen zum Wohnungswechsel verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach flexiblem Wohnungsangebot wird wachsen.<\/p>\n<p>Differenzierung: die Anspr\u00fcche an das Wohnen werden sich stark auseinanderentwickeln, nach Lebensstil und Leistbarkeit. Einerseits gibt es eine wachsende Gruppe von Bewohnern, die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel in &#8222;ideales&#8220; Wohnen investieren wollen und k\u00f6nnen,<\/p>\n<p>und<\/p>\n<p>auf der anderen Seite suchen immer mehr Leute (Zuwanderer, J\u00fcngere, in Schwierigkeiten geratene) billige Wohnungen &#8211; und sind dabei bereit, in mancher Hinsicht auch Anspr\u00fcche (und zwar in sehr unterschiedlicher Weise) zu reduzieren: in der Ausstattung, Gr\u00f6\u00dfe, Verkehrslage und Infrastruktur usw. Zwischen diesen Bedarfsbereichen bilden sich zunehmend charakteristische Nachfragestrukturen unterschiedlicher Art heraus.<\/p>\n<p>Immer wichtiger wird es f\u00fcr die Bewohner, der zunehmenden Mobilit\u00e4t und Anonymit\u00e4t im engerem Wohnbereich durch sozialen Kontakt und st\u00fctzende Gemeinschaft entgegenzuwirken. Das intensiviert den Wunsch, mit Verwandten und Freunden in Nachbarschaft wohnen zu k\u00f6nnen (Mehrgenerationenwohnen, Familienzusammenf\u00fchrung, Erleichterung von Wohnungstausch usw.). Damit w\u00e4chst aber auch die Empfindlichkeit f\u00fcr das soziale Milieu im engeren Wohnbereich &#8211; was bei traditioneller Sozialisation m\u00f6glichst soziale Homogenit\u00e4t bedingt, in einer modernen Alternativkultur aber auch ein multikulturelles Zusammenwohnen (nach eigener Wahl) bedeuten kann. Gerade in der j\u00fcngeren Generation nimmt die Bedeutung dieser sozialen Abstimmung stark zu, denn die zunehmende Mobilit\u00e4t macht es auch schwerer, sozialen Anschlu\u00df zu finden, wenn es im Wohnbereich nicht Kontaktpunkte und g\u00fcnstige Anschlu\u00dfchancen gibt.<\/p>\n<p>Dem stehen gegen\u00fcber:<\/p>\n<p>die in \u00d6sterreich noch vorherrschende Philosophie des lebenslangen Wohnens (die zunehmend mit der tats\u00e4chlichen Nachfrage im Widerspruch ist).<\/p>\n<p>Die stark auf Vereinheitlichung und generelle Objektf\u00f6rderung ausgerichtete Wohnpolitik in \u00d6sterreich widerspricht der Differenzierung der Nachfrage und behindert die Entstehung eines vielf\u00e4ltigen Angebotes.<\/p>\n<p>Die \u00fcblichen Zuweisungskriterien stellen ein Hindernis dar (auch bei den Bewohnern selbst, die bei der Wohnungssuche hierauf zu wenig Bedacht nehmen k\u00f6nnen)<\/p>\n<p>Anmerkung: Zitate aus dem Arbeitspapier &#8222;Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt&#8220; von Dipl.Ing. Ernst Gehmacher.<\/p>\n<p>Im genossenschaftlichen, aber auch im st\u00e4dtischen Wohnbau wird der Kontakt mit dem k\u00fcnftigen Mieter oder Eigent\u00fcmer fr\u00fchestens nach der erfolgreichen Einreichung eines Bauprojektes hergestellt.<\/p>\n<p>In dem Bestreben, m\u00f6glichst genaue Grundlagen, also Vertragsverh\u00e4ltnisse f\u00fcr den k\u00fcnftigen Nutzer zu erarbeiten, wird die Kontaktnahme noch weiter hinausgeschoben: die Festsetzung der Nutzwerte und der daraus berechneten Mietzinse begr\u00fcnden diese Vorgangsweise. Da erfahrungsgem\u00e4\u00df bei der Erstellung der Ausf\u00fchrungspl\u00e4ne und bei der Herstellung der Baulichkeiten weitere \u00c4nderungen erforderlich sind (auch aus finanz- und bautechnischen Gr\u00fcnden) kann das Ziel der exakten Vorgabe von Vertragsbe-dingungen f\u00fcr den Mieter nicht zur allgemeinen Zufriedenheit erreicht werden. Auch die Perfektionierung und Beschleunigung der Abl\u00e4ufe kann an dem grunds\u00e4tzlichen Mangel, der mit der &#8222;quotenm\u00e4\u00dfigen Zuweisung&#8220; bzw. &#8222;computerunterst\u00fctzten Mieterwahl&#8220; nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wesentliche Aspekte der Wohnungsnachfrage, wie<\/p>\n<p>soziale Harmonisierung, Nachfrage nach dem Wohnen mit Verwandten und Freunden bzw. Abstimmung im Wohnbereich, und auch die Kriterien der Leistbarkeit und des tats\u00e4chlichen Bedarfes an Ausstattung bleibt dabei auf der Strecke.<\/p>\n<p>Die Integration auch von Betagten und Behinderten, das verst\u00e4rkte Anbot an Betreuung f\u00fcr diese Gruppen und auch f\u00fcr die Nachfrage der Jungen legt nahe, Abl\u00e4ufe am sehr langsam reagierenden Wohnungsmarkt verst\u00e4rkt zu beeinflussen:<\/p>\n<p>damit Wohnungspolitik verst\u00e4rkt Teil der Sozialpolitik sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ortsver\u00e4nderungen werden zunehmen, sowohl durch Wanderung wie durch Platzwechsel. \u00c4nderungen in der Einkommenslage (Aufstieg &#8211; Abstieg) wie in der Haushaltsstruktur (Partnerwechsel, Wegzug der Kinder) werden die Tendenzen zum Wohnungswechsel verst\u00e4rken. Die Nachfrage nach flexiblem Wohnungsangebot wird wachsen. Differenzierung: die Anspr\u00fcche an das Wohnen werden sich stark auseinanderentwickeln, nach Lebensstil und Leistbarkeit. Einerseits gibt es eine wachsende Gruppe von Bewohnern, die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel in &#8222;ideales&#8220; Wohnen investieren wollen und k\u00f6nnen, und auf der anderen Seite suchen immer mehr Leute (Zuwanderer, J\u00fcngere, in Schwierigkeiten geratene) billige Wohnungen &#8211; und sind dabei bereit, in mancher Hinsicht auch Anspr\u00fcche (und zwar in sehr unterschiedlicher Weise) zu reduzieren: in der Ausstattung, Gr\u00f6\u00dfe, Verkehrslage und Infrastruktur usw. Zwischen diesen Bedarfsbereichen bilden sich zunehmend charakteristische Nachfragestrukturen unterschiedlicher Art heraus. Immer wichtiger wird es f\u00fcr die Bewohner, der zunehmenden Mobilit\u00e4t und Anonymit\u00e4t im engerem Wohnbereich durch sozialen Kontakt und st\u00fctzende Gemeinschaft entgegenzuwirken. Das intensiviert den Wunsch, mit Verwandten und Freunden in Nachbarschaft wohnen zu k\u00f6nnen (Mehrgenerationenwohnen, Familienzusammenf\u00fchrung, Erleichterung von Wohnungstausch usw.). Damit w\u00e4chst aber auch die Empfindlichkeit f\u00fcr das soziale Milieu im engeren Wohnbereich &#8211; was bei traditioneller Sozialisation m\u00f6glichst soziale Homogenit\u00e4t bedingt, in einer modernen Alternativkultur aber auch ein multikulturelles Zusammenwohnen (nach eigener Wahl) bedeuten kann. Gerade in der j\u00fcngeren Generation nimmt die Bedeutung dieser sozialen Abstimmung stark zu, denn die zunehmende Mobilit\u00e4t macht es auch schwerer, sozialen Anschlu\u00df zu finden, wenn es im Wohnbereich nicht Kontaktpunkte und g\u00fcnstige Anschlu\u00dfchancen gibt. Dem stehen gegen\u00fcber: die in \u00d6sterreich noch vorherrschende Philosophie des lebenslangen Wohnens (die zunehmend mit der tats\u00e4chlichen Nachfrage im Widerspruch ist). Die stark auf Vereinheitlichung und generelle Objektf\u00f6rderung ausgerichtete Wohnpolitik in \u00d6sterreich widerspricht der Differenzierung der Nachfrage und behindert die Entstehung eines vielf\u00e4ltigen Angebotes. Die \u00fcblichen Zuweisungskriterien stellen ein Hindernis dar (auch bei den Bewohnern selbst, die bei der Wohnungssuche hierauf zu wenig Bedacht nehmen k\u00f6nnen) Anmerkung: Zitate aus dem Arbeitspapier &#8222;Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt&#8220; von Dipl.Ing. Ernst Gehmacher. Im genossenschaftlichen, aber auch im st\u00e4dtischen Wohnbau wird der Kontakt mit dem k\u00fcnftigen Mieter oder Eigent\u00fcmer fr\u00fchestens nach der erfolgreichen Einreichung eines Bauprojektes hergestellt. 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