{"id":755,"date":"2013-09-18T11:05:58","date_gmt":"2013-09-18T09:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=755"},"modified":"2013-09-18T11:05:58","modified_gmt":"2013-09-18T09:05:58","slug":"urbanitaet-und-dichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=755","title":{"rendered":"URBANIT\u00c4T UND DICHTE"},"content":{"rendered":"<p>Einige Anmerkungen zur Gr\u00fcnderzeit, zur &#8222;Neuen Gr\u00fcnderzeit&#8220; und Zielen, Zw\u00e4ngen, Trends.<\/p>\n<p>EINLEITUNG<\/p>\n<p>Dichte wird in der Planung allgemein definiert als Anzahl der Personen, Sachen oder Vorg\u00e4nge je<br \/>\nFl\u00e4che-, Raum oder sonstiger Einheit eines bestimmten Gebietes. Das klingt nicht sehr ermutigend? Vielleicht sollte die Betrachtung deshalb praktischer begonnen werden? Oder gar mit einer Betrachtung der Wiener Stadtentwicklung und deren dominanter Strukturen und Prozesse? Diesen Weg schlage ich vor.<br \/>\nDenn die Erkenntnis, da\u00df Urbanit\u00e4t nicht eigentlich planbar ist, da\u00df sie &#8211; unter entsprechenden Voraussetzungen &#8211; in Abh\u00e4ngigkeit von Anforderungen der Gesellschaft als Funktion der Zeit entsteht, hat weitreichende Konsequenzen f\u00fcr die Planung: Wenn wir f\u00fcr die Ganzheitlichkeit von Problemen planen wollen, m\u00fcssen wir lernen, mit Selektivit\u00e4t und Wechselwirkungen umzugehen; Problemidentifikation, Zielbildung, Mittelwahl und Probleml\u00f6sung sind miteinander verbundene und nicht trennbare Aktivit\u00e4ten eines Planungsprozesses sind.<\/p>\n<p>ZUR GR\u00dcNDERZEIT<\/p>\n<p>In einer Gr\u00fcnderzeit, in der die Wohnbaufinanzierung fast ausschlie\u00dflich aus privaten Ersparnissen und den Mitteln des Kapitalmarktes gespeist wurde, erfolgte die F\u00f6rderung des privaten Wohnbaus durch den Staat auf dem Wege \u00fcber Steuerbeg\u00fcnstigungen und Steuerfreijahre. Diese schon in alten Zeiten angewandten Mittel zur Heranziehung von Siedlern bzw. zur Ankurbelung der Baut\u00e4tigkeit bew\u00e4hrten sich auch in der Gr\u00fcnderzeit. Der Auftrieb der Baut\u00e4tigkeit beruhte zu einem guten Teil auf einer 1859 gew\u00e4hrten Steuerbefreiung auf 18 Jahre f\u00fcr H\u00e4user, die innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre vollendet wurden, und von 15 Jahren f\u00fcr die binnen einem Jahrzehnt fertiggestellten Wohnbauten. Den Neubauten auf dem ehemaligen Glacis wurde dar\u00fcber hinaus eine besondere 25- bis 30-j\u00e4hrige Steuerbefreiung gew\u00e4hrt. Als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gro\u00dfen Baugesellschaften kann die Wiener Baugesellschaft gelten. Im geschlossenen Stadtkern gingen rund 750 Bauparzellen und einschlie\u00dflich des offenen Stadtrandes eine Fl\u00e4che von 120 ha &#8211; gr\u00f6\u00dfer ist als der 8. Bezirk- durch die H\u00e4nde der Gesellschaft. Insgesamt wurden von der Gesellschaft in diesem Zeitraum nur 127 H\u00e4user erbaut.<br \/>\nHauptgesch\u00e4ftsfeld der \u00fcber enormes Kapital verf\u00fcgenden wenigen Gesellschaften war der Ankauf von Grundst\u00fccken und der Abbruch von Altbauten und der Verkauf nach der Parzellierung. Gebaut wurden meist von kleinen Baumeistern. &#8222;Grundformen&#8220; wurden immer wieder verwendet, doch nur selten mehr als ein H\u00e4userblock oder eine kurze Stra\u00dfe von einem Baumeister in einem Zuge erbaut. Das Rasterschema der Stra\u00dfen t\u00e4uscht daher einen Grad von Regelm\u00e4\u00dfigkeit vor, der in der inneren Gestaltung der einzelnen H\u00e4user zumindest in der Hochgr\u00fcnderzeit noch nicht bestand.<br \/>\nRegelnde Eingriffe der \u00f6ffentlichen Hand sind die Bauordnungen und die Stadtregulierung.<br \/>\nDie Bauordnungen wurden von entscheidendem Einflu\u00df auf die Gestaltung der Stadt, nicht nur in Bezug auf ihre formale, sondern auch im Hinblick auf ihre funktionale Differenzierung.<br \/>\nNach der ersten Stadterweiterung wurde 1859 eine neue Bauordnung f\u00fcr die Altstadt und die 1850 eingemeindeten Vorst\u00e4dte erlassen, die einem rein formalen Ordnungsprinzip folgend, f\u00fcr die neuen Stra\u00dfen eine Mindestbreite von acht Klaftern und eine maximale Geb\u00e4udeh\u00f6he von dreizehn Klaftern vorschrieb. Eine wichtige Rolle spielte die Bestimmung, da\u00df die Stra\u00dfenz\u00fcge m\u00f6glichst geradlinig angelegt werden sollten. Weder topographisch noch funktionelle Gesichtspunkte fanden Ber\u00fccksichtigung. So wurde die Anlage von Favoriten und der Brigittenau von Van der N\u00fcll und Siccardsburg bzw. F\u00f6rster, dem Rasterprinzip folgend, projektiert, aber weniger schematisch verwirklicht. Abweichend von den Planungen der Biedermeierzeit in den Vorst\u00e4dten, sah man wenige \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, daf\u00fcr aber durchwegs verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig breite Stra\u00dfen vor, ohne noch an eine funktionelle Differenzierung zu denken. Diesen Vorbildern entsprechend, wurde das Schachbrett auch zur Grundlage der meist von Privatarchitekten und Geometern durchgef\u00fchrten Parzellierungen in den westlichen Vororten, von Meidling bis W\u00e4hrung. In den Vorst\u00e4dten schuf man dagegen schon in der Hochgr\u00fcnderzeit zahlreiche Stra\u00dfendurchbr\u00fcche, um dem Ideal eines Rasterschemas n\u00e4her zu kommen. Erste Ans\u00e4tze einer Gr\u00fcnfl\u00e4chenpolitik zeichneten sich ab, wenn die Gemeinde Parkanlagen des Adels aufkaufte (z. B. Esterhazy, Sch\u00f6nborn) und in \u00f6ffentliche Gr\u00fcnfl\u00e4chen verwandelte oder beim Abrei\u00dfen von Kasernen und der Aufparzellierung ihres Gel\u00e4ndes einen oder mehrere Baubl\u00f6cke f\u00fcr Gr\u00fcnanlagen vorbehielt. Damit wurde dem Vorbild der gro\u00dfen historischen Wachstumsperioden mit Reformwillen entsprochen, die st\u00e4dtebauliche Entwicklung sehr stark \u00fcber die Freiraumplanung definiert.<br \/>\nDie Bauordnung von 1883 stellte einen verpflichtenden Bezug zwischen Stra\u00dfenbreite und H\u00e4userh\u00f6he her und f\u00fchrte zu einer generellen Verbreiterung der Stra\u00dfen. Ihre in der Grundhaltung wenig ver\u00e4nderte Novellierung 1893 umfa\u00dfte bereits die inzwischen eingemeindeten westlichen Vororte Wiens. Erstmals wurde nun ein Bauzonenplan erstellt. Er sah die grobe funktionelle Gliederung der Stadt in Gebiete vorherrschender Wohn- bzw. Industrienutzung vor und ber\u00fccksichtigte eine Industriezone im S\u00fcden &#8211; von der S\u00fcdbahntrasse bis zum Donaukanal &#8211; und eine im Norden &#8211; beiderseits des Donaukanals. Diese Ausgliederung wurde durch Beg\u00fcnstigungen und Verbote unterbaut und hat dazu beigetragen, ein Weitergreifen der Industrialisierung in manchen westlichen Stadtrandgebieten zu verhindern.<br \/>\nGleichzeitig mit dieser ersten funktionellen Gliederung nahm man eine Zonierung der Stadt nach der Geb\u00e4udeh\u00f6he vor. F\u00fcnf Gescho\u00dfe waren in der Innenstadt, den ehemaligen Vorst\u00e4dten und in dem Teil des Bezirkes Favoriten zugelassen, der auf der alten Vorstadtgemarkung der Wieden erwachsen war, vier Gescho\u00dfe in den westlichen Vororten bis knapp \u00fcber die Vorortelinie hinaus. Jenseits derselben sollte vor allem im Nordwesten die offene Verbauung herrschen bzw. durften maximal dreigeschossige H\u00e4user errichtet werden.<br \/>\nDichte war Folge dieser Regeln, war nicht Ziel, sondern Ergebnis eines &#8222;Prozesses&#8220;.<br \/>\nDie Wohn-Bauleistung erreicht in Wien in der Gr\u00fcnderzeit bis zu 13 000 Wohnungen pro Jahr, die Einwohnerzahl steigt in der Fr\u00fchgr\u00fcnderzeit um jeweils ca 2,2% j\u00e4hrlich von 440 000 auf 840 000 um ca 2,3% in der Hochgr\u00fcnderzeit 1870 und auf 1 340 000 um ca 2% in der Sp\u00e4tgr\u00fcnderzeit, und bis 1910 auf 2 000 000 um ca 1,4% und 1918 auf 2 240 000.<br \/>\nDICHTE-BEISPIELE, eine Zufalls-Auswahl.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Adresse<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Bauzeit<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">netto-Dichte<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Quelle<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nr<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gr\u00fcnangergasse<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">vor 1800<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">4.12<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">MA 18\/Kleindienst<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Textilviertel<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gr\u00fcnderzeit<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3,96<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Vorgartenstra\u00dfe<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1959-68<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,58<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">4<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Linke Wienzeile<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Vorgr\u00fcnderzeit<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,60<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">7<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Spittelberg<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Vorgr\u00fcnderzeit<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,52<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">8<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">A. Hansson West<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1947-55<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">0,37<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">12<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">A. Hansson Nord<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1962<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">0,52<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">13<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">K Wrba-Hof<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1978-83<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,62<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">15<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">G Washington Hof<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1927<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">0,72<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">17<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am Sch\u00f6pfwerk<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1980<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,65<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">18<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Hietzinger Cottage<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">ab 1880<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">0,92<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">21<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Weiglgasse<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1976-80<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3,2<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">25<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Thaliastra\u00dfe<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gr\u00fcnderzeit<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,54<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">27<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Weinberggasse<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">ab 1984<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,53<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">31<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mitterhofergasse<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1974-78<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,51<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">41<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Trabrenngr\u00fcnde<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1973-1977<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,68<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">45<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Alt Erlaa<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1973-85<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,38<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">55<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Rennweg<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">bis 1995<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,46<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">eigene Erhebung<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leberberg, gesamt<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1996-1998<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,01<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">eigene Erhebung<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leberberg, Bauplatzbezug<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1996-1998<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3,02<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">eigene Erhebung<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wohnen\/Remise<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2000<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3,33<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">MA 18\/ Kuzmich, unver\u00f6ffentlicht<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wohnpark Kornh\u00e4usl<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1996<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3,99<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">MA 18\/ Kuzmich, unver\u00f6ffentlicht<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Handelskai\/F. Engelsplatz<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1997<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">6,04<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">MA 18\/ Kuzmich, unver\u00f6ffentlicht<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Frauenwerkstatt<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1997<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,88<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">MA 18\/ Kuzmich, unver\u00f6ffentlicht<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Sun City<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1996\/1997<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1,62<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">eigene Erhebung<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Sun City, Einzel-Baupl\u00e4tze<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1996\/1997<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2,25<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">eigene Erhebung<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>TRENDS<\/p>\n<p>Die Anspr\u00fcche an das Wohnen entwickeln sich stark auseinander, nach Lebensstil und Leistbarkeit. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist seit 1890 bis 1990 um 30% gestiegen, die<br \/>\nvergleichbaren j\u00e4hrlichen Arbeitsstunden &#8211; bezogen auf die durchschnittlichen Gesamtlebensstunden sind von 30 % auf 14% gesunken. &#8222;Standards&#8220; z.B. die Ausstattung betreffend, sind wesentlich h\u00f6her geworden, zB Schall- und W\u00e4rmeschutz \/ Massnahmen f\u00fcr Behinderte \/ Erh\u00f6hung der Stellplatzzahl um 30 %. Verst\u00e4rkte Verrechtlichung und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei Planung und Ausf\u00fchrung f\u00fchren nicht nur zu \u00fcberproportionalem Aufwand, sondern beeintr\u00e4chtigen grunds\u00e4tzliche wirtschaftpolitische Entscheidungen, wie z.B. die Standortwahl internationaler Unternehmen, usw.<br \/>\n&#8222;Technisierung&#8220; ist immer weniger geeignet, dem sich st\u00e4rker abzeichnenden Wertewandel, vor allem in Hinblick auf &#8222;Lebensqualit\u00e4t&#8220; , zu entsprechen.<br \/>\nOrtsver\u00e4nderungen nehmen zu, sowohl durch Wanderung wie durch Platzwechsel.<br \/>\n\u00c4nderungen in der Einkommenslage (Aufstieg &#8211; Abstieg) wie in der Haushaltsstruktur (Partnerwechsel, Wegzug der Kinder) verst\u00e4rken die Tendenzen zum Wohnungswechsel.<br \/>\nDie Nachfrage nach flexiblem Wohnungsangebot w\u00e4chst.<br \/>\nDie Landwirtschaft in Europa und die \u00d6sterreichs \u00e4ndert sich m\u00f6glicher Weise bei zunehmender Ann\u00e4herung \u00d6sterreichs an den europ\u00e4ischen Markt dramatisch, gewaltige \u00dcberproduktion kann nur durch gigantische St\u00fctzungsma\u00dfnahmen abgegolten werden. Und f\u00fcr Wien stellt sich dabei noch die besondere Frage: Ist der st\u00e4dtische Raum tats\u00e4chlich der geeignete Ort, um auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Produktion sensationelle Erfolgszahlen zu liefern? Um nur eine davon zu nennen: Im Jahr 1986 wurde allein bei Brotgetreide in Wien dreimal mehr produziert als Salzburg, Tirol und Vorarlberg zusammen. Wenn man noch dazu bedenkt, da\u00df dies alles in einer nahezu zur G\u00e4nze &#8222;ausger\u00e4umten Landschaft&#8220;, wo kein Platz mehr f\u00fcr B\u00e4ume, Str\u00e4ucher und Ackerraine ist, da\u00df weiters diese Produktionszahlen nur aufgrund eines gigantischen Einsatzes der Chemie zustande gebracht werden, wird verst\u00e4ndlich, da\u00df die Diskussion um die Landwirtschaft in der Stadt zu recht gef\u00fchrt wird. Wir m\u00fcssen davon ausgehen, da\u00df die Landwirtschaft in Wien in der Form, wie sie heute betrieben wird, nicht mehr l\u00e4nger aufrechtzuerhalten ist. Zukunftsweisende Konzepte f\u00fcr die Landwirtschaft in der Stadt sind auch Konzepte, die k\u00fcnftige Formen der Urbanit\u00e4t und auch Dichte betreffen.<br \/>\nAngesichts der \u00f6kologischen Grenzen ist die Stadt als Ort, wo die Unabh\u00e4ngigkeit von Natur gelebt werden kann, nicht mehr verallgemeinerbar.<br \/>\nDamit ist ein erstes Stichwort f\u00fcr eine neue Urbanit\u00e4t genannt: Polyzentralit\u00e4t.<br \/>\nEin zweites Stichwort: die Idee der \u00dcberwindung des Stadt-Land-Gegensatzes. Allerdings stellt sich diese Aufgabe heute weit radikaler als Forderung nach der Vers\u00f6hnung der st\u00e4dtischen Lebensweise mit der Natur. Die Stadt ist gegen die Natur entstanden. Mit der \u00f6kologischen Problematik ist das traditionelle Verh\u00e4ltnis von Stadt und Natur als Gegeneinander und Beherrschung in Frage gestellt.<br \/>\nEin drittes Stichwort betrifft die sozialr\u00e4umliche Struktur der multi-kulturellen Stadt. Die Stadt war immer Ort der Begegnung mit dem Fremden. Angesichts der zu erwartenden Zuwanderung nach Westeuropa wird sie es in Zukunft um so mehr sein. Eine Stadt, in der die Angeh\u00f6rigen verschiedener Kulturen zusammenleben, wird wahrscheinlich nicht kleinr\u00e4umig sozial gemischt sein. Sie wird eher durch Segregation gekennzeichnet sein; nicht durch erzwungene Segregation, die durch \u00f6konomische Zw\u00e4nge des Marktes und durch soziale Diskriminierung zustandegekommen ist, sondern hoffentlich durch freiwillige Segregation.<br \/>\nViertes Stichwort: das Verh\u00e4ltnis von Wohnen und Arbeiten und damit die raum-zeitliche Struktur der Stadt \u00e4ndert sich, die st\u00e4dtische Lebensweise beinhaltet auch Emanzipation von den Zeitstrukturen der Natur. An ihre Stelle sind sozial strukturierte Zeitformen getreten.<br \/>\nF\u00fcnftens geht es um die R\u00fcckgewinnung des \u00f6ffentlichen Raums, zun\u00e4chst gegen seine Okkupation durch den Verkehr. Aber es geht um mehr. Einmal um die rechtliche Verf\u00fcgung. \u00d6ffentlicher Raum kann niemals Raum sein, der unter privater Verf\u00fcgungsgewalt steht. Damit n\u00e4mlich w\u00e4re prinzipiell die M\u00f6glichkeit gegeben, bestimmte Gruppen willk\u00fcrlich auszuschlie\u00dfen. Deshalb sind z.B. moderne lndoor-Einkaufszentren im Gegensatz zu einer Einkaufsstra\u00dfe kein \u00f6ffentlicher Raum.<br \/>\nFerner geht es um m\u00f6glichst kleinteilige Mischung der Funktionen. Ein vielf\u00e4ltig genutzter Raum ist \u00f6ffentlicher als monofunktionale R\u00e4ume. Zwar sind es schwer steuerbare, vor allem \u00f6konomische Trends, die die Entmischung der Funktionen bedingen. Trotzdem kann Vielfalt stadtpolitisch gef\u00f6rdert werden.<br \/>\n&#8222;Urbanit\u00e4t&#8220; ist mit diesen Stichworten nicht zureichend beschrieben. Eine urbane Stadt ohne soziale Gerechtigkeit, politische Gleichheit, die Vergegenw\u00e4rtigung von Geschichte, Vers\u00f6hnung mit der Natur und ohne das Offenhalten von Widerspr\u00fcchen, kurz, ohne eine utopische Perspektive, ist keine urbane Stadt. Eine Utopie aber kann man nicht bauen: die Elemente einer neuen Urbanit\u00e4t sind nur teilweise durch Planung und Stadtpolitik beeinflu\u00dfbar.<br \/>\nZUR BEWERTUNG?<br \/>\nDie &#8222;Neue Gr\u00fcnderzeit&#8220; n\u00e4hert sich ihrem Ende. Die j\u00e4hrliche Wohnbauleistung \u00fcbertraf die Gr\u00fcnderzeit, bei Ber\u00fccksichtigung der Geschossfl\u00e4chen. Die technischen Standards sind vergleichsweise hoch. Dichte-Vergleiche zeigen, dass -unabh\u00e4ngig vom Bautr\u00e4ger- die Ausnutzung der Baupl\u00e4tze &#8222;\u00fcber Jahrhunderte hinweg&#8220; stark schwankt, aber lagebezogen und situationsbezogen vergleichbar hoch ist.<br \/>\nDie Analyse der aktuellen Wohnungsnachfrage l\u00e4sst den Schluss zu, dass Wohnungen in Gebieten hoher Neubau-Dichte weniger nachgefragt sind.<br \/>\nWeniger die Bewertung konkreter Projektplanung und Bauleistungen als die Einleitung und Erreichung qualitativ &#8211; strategischer Ziele werden deshalb m\u00f6glicherweise die historische Bewertung der &#8222;Neuen Gr\u00fcnderzeit&#8220; relativieren und Masstab f\u00fcr k\u00fcnftige Massnahmen sein. Abgehend von klar definierten Funktionen, Dichtewerten und andere quantifizierbaren Gr\u00f6\u00dfen als Ma\u00dfstab gro\u00dfst\u00e4dtischer Ordnung r\u00fcckt das qualitative Moment in den Vordergrund: die Beschreibung von Urbanit\u00e4t als vielschichtiger, nur schwer quantifizier- und planbarer Zustand.<br \/>\n&#8222;Urbanit\u00e4t&#8220; &#8211; ein Resume: Der Begriff ist also weder eindeutig zu definieren, noch lassen sich exakte planungspraktische Anweisungen ableiten. Eine handhabbare Definition von Urbanit\u00e4t verbietet sich. Soweit sich einzelne Elemente von Urbanit\u00e4t definieren lassen, sind sie offenkundig weit jenseits dessen, was St\u00e4dtebau, Stadtplanung und Stadtpolitik herstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nRaumstrukturell kann also eine k\u00fcnftige Urbanit\u00e4t auch oder eher den Charakter verst\u00e4dterter Landschaft, von Stadt-Land haben?<br \/>\nDAS W\u00dcRDE NEUE KOOPERATIONEN, NEUE B\u00dcNDNISSE, NEUE STRATEGIEN ERFORDERN.<\/p>\n<p>DEFINITIONEN<\/p>\n<p>Urbanit\u00e4t.<br \/>\nIn der sozialwissenschaftlichen Literatur lassen sich f\u00fcnf Ans\u00e4tze zur Definition von Urbanit\u00e4t unterscheiden: die der Chicagoer Schule der Sozial\u00f6kologie,,als eine relativ gro\u00dfe, dicht besiedelte und dauerhafte Niederlassung gesellschaftlich heterogener Individuen&#8220; (Wirth); die funktionale Definition: Urbane Qualit\u00e4t bemi\u00dft sich daran, inwieweit in einer Stadt alle Funktionen &#8211; Arbeiten, Wohnen, Verkehr und Erholung -entsprechend dem Grad ihrer gesellschaftlichen Differenzierung pr\u00e4sent sind und wie sie einander im Gef\u00fcge der Stadt zugeordnet werden. Die sozialpsychologische Definition macht die Dialektik von Privatheit und \u00d6ffentlichkeit zum zentralen Kriterium. Je st\u00e4rker Polarit\u00e4t und Wechselbeziehung zwischen \u00f6ffentlicher und privater Sph\u00e4re sich auspr\u00e4gen, desto &#8222;st\u00e4dtischer ist, soziologisch gesehen, das Leben einer Ansiedlung&#8220; (Bahrdt).<br \/>\nDie politische Definition von Urbanit\u00e4t: ,,Die Tugend des t\u00e4tigen Einsatzes f\u00fcr das Wohl von Stadt und Staat, ohne die keine Urbanit\u00e4t besteht&#8220; und den ,,Adel von Bildung und Leistung und Geist&#8220;, bei Bindung an Demokratie, an Bildung und Leistung als den zentralen statusbestimmten Merkmalen im Unterschied zur Herkunft, also an die Emanzipation des B\u00fcrgertums. Die urbane Stadt als Ort der Emanzipation. Jeder dieser Ans\u00e4tze betont eine andere, aber gleicherma\u00dfen notwendige Dimension. Dennoch ergibt ihre Addition keinen hinreichenden Begriff von Urbanit\u00e4t. Ein Typus von Einw\u00e4nden behauptet, Urbanit\u00e4t selbst sei historisch ersch\u00f6pft: Jede kritische Idee, jede Utopie braucht einen sozialen Tr\u00e4ger, wenn sie mehr sein soll als moralischer Appell. Urbanit\u00e4t aber hat ihre sozialen Tr\u00e4ger verloren. Das \u00f6konomisch selbst\u00e4ndige B\u00fcrgertum und das klassenbewu\u00dfte Proletariat hatten ihren Ort in der Stadt und waren die Tr\u00e4ger einer urbanen Utopie. Beide sind verschwunden.<br \/>\nZur Dichte: Die Angaben der Tabellen beziehen sich auf die netto GFD &#8211; netto Geschossfl\u00e4chen-Dichte, die angibt, mit wievielen Geschossen die Bezugsfl\u00e4che bei gleichm\u00e4ssiger Verteilung aller Geschossfl\u00e4chen bebaut w\u00e4re. Die Bezugsfl\u00e4che ist definiert als Gesamtl\u00e4che des untersuchten Gebietes, sie ist relativ und abh\u00e4ngig von der Einbeziehung von zB umschliessenden Strassenfl\u00e4chen etc.<\/p>\n<p>Literatur, verwendete und zitierte: Bahrdt, Hans Paul. Die moderne Gro\u00dfstadt.Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961.* Salm, Edgar. Urbanit\u00e4t. In: Erneuerung unserer St\u00e4dte: 11. Hauptversammlung des Deutschen St\u00e4dtetages.Stuttgart \/ K\u00f6ln: Kohlhammer 1960. 9~34. * Wirth, Louis.Urbanit\u00e4t als Lebensform. In:Herlyn, U. (Hrsg.).Stadt- und Sozialstruktur. M\u00fcnchen:Nymphenburger 1974. 42~66.* Bobek Lichtenberger.Wien.Verlag B\u00f6hlau \/ Graz-K\u00f6ln 1978 * Kleindienst, G.Bebauungsformen und ihre st\u00e4detebaulichen Kennwerte an Hand von Wiener Beispielen. Band 16.Magistrat der Stadt Wien, 1985 * Ausz\u00fcge aus Wien w\u00e4chst \/ Beirat f\u00fcr die Stadtentwicklungsbereiche \/ Wien \/ Magistratsdirektion. * Eigene Erhebungen zur Dichte. 1997.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Anmerkungen zur Gr\u00fcnderzeit, zur &#8222;Neuen Gr\u00fcnderzeit&#8220; und Zielen, Zw\u00e4ngen, Trends. EINLEITUNG Dichte wird in der Planung allgemein definiert als Anzahl der Personen, Sachen oder Vorg\u00e4nge je Fl\u00e4che-, Raum oder sonstiger Einheit eines bestimmten Gebietes. Das klingt nicht sehr ermutigend? Vielleicht sollte die Betrachtung deshalb praktischer begonnen werden? Oder gar mit einer Betrachtung der Wiener Stadtentwicklung und deren dominanter Strukturen und Prozesse? Diesen Weg schlage ich vor. Denn die Erkenntnis, da\u00df Urbanit\u00e4t nicht eigentlich planbar ist, da\u00df sie &#8211; unter entsprechenden Voraussetzungen &#8211; in Abh\u00e4ngigkeit von Anforderungen der Gesellschaft als Funktion der Zeit entsteht, hat weitreichende Konsequenzen f\u00fcr die Planung: Wenn wir f\u00fcr die Ganzheitlichkeit von Problemen planen wollen, m\u00fcssen wir lernen, mit Selektivit\u00e4t und Wechselwirkungen umzugehen; Problemidentifikation, Zielbildung, Mittelwahl und Probleml\u00f6sung sind miteinander verbundene und nicht trennbare Aktivit\u00e4ten eines Planungsprozesses sind. ZUR GR\u00dcNDERZEIT In einer Gr\u00fcnderzeit, in der die Wohnbaufinanzierung fast ausschlie\u00dflich aus privaten Ersparnissen und den Mitteln des Kapitalmarktes gespeist wurde, erfolgte die F\u00f6rderung des privaten Wohnbaus durch den Staat auf dem Wege \u00fcber Steuerbeg\u00fcnstigungen und Steuerfreijahre. Diese schon in alten Zeiten angewandten Mittel zur Heranziehung von Siedlern bzw. zur Ankurbelung der Baut\u00e4tigkeit bew\u00e4hrten sich auch in der Gr\u00fcnderzeit. Der Auftrieb der Baut\u00e4tigkeit beruhte zu einem guten Teil auf einer 1859 gew\u00e4hrten Steuerbefreiung auf 18 Jahre f\u00fcr H\u00e4user, die innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre vollendet wurden, und von 15 Jahren f\u00fcr die binnen einem Jahrzehnt fertiggestellten Wohnbauten. Den Neubauten auf dem ehemaligen Glacis wurde dar\u00fcber hinaus eine besondere 25- bis 30-j\u00e4hrige Steuerbefreiung gew\u00e4hrt. Als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gro\u00dfen Baugesellschaften kann die Wiener Baugesellschaft gelten. Im geschlossenen Stadtkern gingen rund 750 Bauparzellen und einschlie\u00dflich des offenen Stadtrandes eine Fl\u00e4che von 120 ha &#8211; gr\u00f6\u00dfer ist als der 8. Bezirk- durch die H\u00e4nde der Gesellschaft. Insgesamt wurden von der Gesellschaft in diesem Zeitraum nur 127 H\u00e4user erbaut. Hauptgesch\u00e4ftsfeld der \u00fcber enormes Kapital verf\u00fcgenden wenigen Gesellschaften war der Ankauf von Grundst\u00fccken und der Abbruch von Altbauten und der Verkauf nach der Parzellierung. Gebaut wurden meist von kleinen Baumeistern. &#8222;Grundformen&#8220; wurden immer wieder verwendet, doch nur selten mehr als ein H\u00e4userblock oder eine kurze Stra\u00dfe von einem Baumeister in einem Zuge erbaut. Das Rasterschema der Stra\u00dfen t\u00e4uscht daher einen Grad von Regelm\u00e4\u00dfigkeit vor, der in der inneren Gestaltung der einzelnen H\u00e4user zumindest in der Hochgr\u00fcnderzeit noch nicht bestand. Regelnde Eingriffe der \u00f6ffentlichen Hand sind die Bauordnungen und die Stadtregulierung. Die Bauordnungen wurden von entscheidendem Einflu\u00df auf die Gestaltung der Stadt, nicht nur in Bezug auf ihre formale, sondern auch im Hinblick auf ihre funktionale Differenzierung. Nach der ersten Stadterweiterung wurde 1859 eine neue Bauordnung f\u00fcr die Altstadt und die 1850 eingemeindeten Vorst\u00e4dte erlassen, die einem rein formalen Ordnungsprinzip folgend, f\u00fcr die neuen Stra\u00dfen eine Mindestbreite von acht Klaftern und eine maximale Geb\u00e4udeh\u00f6he von dreizehn Klaftern vorschrieb. Eine wichtige Rolle spielte die Bestimmung, da\u00df die Stra\u00dfenz\u00fcge m\u00f6glichst geradlinig angelegt werden sollten. Weder topographisch noch funktionelle Gesichtspunkte fanden Ber\u00fccksichtigung. So wurde die Anlage von Favoriten und der Brigittenau von Van der N\u00fcll und Siccardsburg bzw. F\u00f6rster, dem Rasterprinzip folgend, projektiert, aber weniger schematisch verwirklicht. Abweichend von den Planungen der Biedermeierzeit in den Vorst\u00e4dten, sah man wenige \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, daf\u00fcr aber durchwegs verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig breite Stra\u00dfen vor, ohne noch an eine funktionelle Differenzierung zu denken. Diesen Vorbildern entsprechend, wurde das Schachbrett auch zur Grundlage der meist von Privatarchitekten und Geometern durchgef\u00fchrten Parzellierungen in den westlichen Vororten, von Meidling bis W\u00e4hrung. In den Vorst\u00e4dten schuf man dagegen schon in der Hochgr\u00fcnderzeit zahlreiche Stra\u00dfendurchbr\u00fcche, um dem Ideal eines Rasterschemas n\u00e4her zu kommen. Erste Ans\u00e4tze einer Gr\u00fcnfl\u00e4chenpolitik zeichneten sich ab, wenn die Gemeinde Parkanlagen des Adels aufkaufte (z. B. Esterhazy, Sch\u00f6nborn) und in \u00f6ffentliche Gr\u00fcnfl\u00e4chen verwandelte oder beim Abrei\u00dfen von Kasernen und der Aufparzellierung ihres Gel\u00e4ndes einen oder mehrere Baubl\u00f6cke f\u00fcr Gr\u00fcnanlagen vorbehielt. Damit wurde dem Vorbild der gro\u00dfen historischen Wachstumsperioden mit Reformwillen entsprochen, die st\u00e4dtebauliche Entwicklung sehr stark \u00fcber die Freiraumplanung definiert. Die Bauordnung von 1883 stellte einen verpflichtenden Bezug zwischen Stra\u00dfenbreite und H\u00e4userh\u00f6he her und f\u00fchrte zu einer generellen Verbreiterung der Stra\u00dfen. Ihre in der Grundhaltung wenig ver\u00e4nderte Novellierung 1893 umfa\u00dfte bereits die inzwischen eingemeindeten westlichen Vororte Wiens. Erstmals wurde nun ein Bauzonenplan erstellt. Er sah die grobe funktionelle Gliederung der Stadt in Gebiete vorherrschender Wohn- bzw. Industrienutzung vor und ber\u00fccksichtigte eine Industriezone im S\u00fcden &#8211; von der S\u00fcdbahntrasse bis zum Donaukanal &#8211; und eine im Norden &#8211; beiderseits des Donaukanals. Diese Ausgliederung wurde durch Beg\u00fcnstigungen und Verbote unterbaut und hat dazu beigetragen, ein Weitergreifen der Industrialisierung in manchen westlichen Stadtrandgebieten zu verhindern. Gleichzeitig mit dieser ersten funktionellen Gliederung nahm man eine Zonierung der Stadt nach der Geb\u00e4udeh\u00f6he vor. F\u00fcnf Gescho\u00dfe waren in der Innenstadt, den ehemaligen Vorst\u00e4dten und in dem Teil des Bezirkes Favoriten zugelassen, der auf der alten Vorstadtgemarkung der Wieden erwachsen war, vier Gescho\u00dfe in den westlichen Vororten bis knapp \u00fcber die Vorortelinie hinaus. Jenseits derselben sollte vor allem im Nordwesten die offene Verbauung herrschen bzw. durften maximal dreigeschossige H\u00e4user errichtet werden. Dichte war Folge dieser Regeln, war nicht Ziel, sondern Ergebnis eines &#8222;Prozesses&#8220;. Die Wohn-Bauleistung erreicht in Wien in der Gr\u00fcnderzeit bis zu 13 000 Wohnungen pro Jahr, die Einwohnerzahl steigt in der Fr\u00fchgr\u00fcnderzeit um jeweils ca 2,2% j\u00e4hrlich von 440 000 auf 840 000 um ca 2,3% in der Hochgr\u00fcnderzeit 1870 und auf 1 340 000 um ca 2% in der Sp\u00e4tgr\u00fcnderzeit, und bis 1910 auf 2 000 000 um ca 1,4% und 1918 auf 2 240 000. DICHTE-BEISPIELE, eine Zufalls-Auswahl. Adresse Bauzeit netto-Dichte Quelle Nr Gr\u00fcnangergasse vor 1800 4.12 MA 18\/Kleindienst 1 Textilviertel Gr\u00fcnderzeit 3,96 2 Vorgartenstra\u00dfe 1959-68 1,58 4 Linke Wienzeile Vorgr\u00fcnderzeit 2,60 7 Spittelberg Vorgr\u00fcnderzeit 2,52 8 A. Hansson West 1947-55 0,37 12 A. Hansson Nord 1962 0,52 13 K Wrba-Hof 1978-83 1,62 15 G Washington Hof 1927 0,72 17 Am Sch\u00f6pfwerk 1980 1,65 18 Hietzinger Cottage ab 1880 0,92 21 Weiglgasse 1976-80 3,2 25 Thaliastra\u00dfe Gr\u00fcnderzeit 2,54 27 Weinberggasse ab 1984 1,53 31 Mitterhofergasse 1974-78 1,51 41 Trabrenngr\u00fcnde 1973-1977 1,68 45 Alt Erlaa 1973-85 2,38 55 Rennweg bis 1995 2,46 eigene Erhebung Leberberg, gesamt 1996-1998 2,01 eigene Erhebung Leberberg, Bauplatzbezug 1996-1998 3,02 eigene Erhebung Wohnen\/Remise 2000 3,33 MA [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/755"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=755"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":756,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/755\/revisions\/756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}