{"id":758,"date":"2013-09-18T11:09:13","date_gmt":"2013-09-18T09:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=758"},"modified":"2013-09-18T11:09:13","modified_gmt":"2013-09-18T09:09:13","slug":"gedanken-zum-wiener-wohnbau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=758","title":{"rendered":"GEDANKEN ZUM WIENER WOHNBAU"},"content":{"rendered":"<p>zur Gr\u00fcnderzeit, der Zeit ab<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1919<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wohnbau &#8222;als politischer Programmpunkt Nr. 1&#8220;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1945 bis 1950<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;der Wiederaufbau&#8220;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1960 bis 1970<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;der Montagebau&#8220;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1970 bis 1980<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;Hebung der Wohnqualit\u00e4t&#8220;, &#8222;Leitlinien der Stadtentwicklung&#8220;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1980 bis 1995<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;Entwicklung des Niedrigenergiestandards&#8220; &#8211; &#8222;Neue Gr\u00fcnderzeit&#8220;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1995 bis 2000<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;Baukostenreduktion&#8220;, &#8222;Themenst\u00e4dte&#8220;, und<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;REDUKTION DER BETRIEBSKOSTEN&#8220; ?, &#8211; PASSIVHAUSSTRATEGIEN&#8220; ?<\/p>\n<p>Die Wiener Stadt- und Bauentwicklung<br \/>\nist wesentlich gepr\u00e4gt durch die gr\u00fcnderzeitliche Baut\u00e4tigkeit:<br \/>\nsozial, baulich-technisch, usw.<br \/>\nVon 1880 bis 1980 sind die folgenden Entwicklungen wichtig:<br \/>\n+ 30% Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung<br \/>\n&#8211; 50% Verringerung der j\u00e4hrlichen Arbeitsstundenzahl<br \/>\nvon 30% auf 14% Verringerung der Relation der Lebensarbeitsstunden zu den Gesamtlebensstunden (Deutschland)<br \/>\nIn einer Gr\u00fcnderzeit, in der die Wohnbaufinanzierung fast ausschlie\u00dflich aus privaten Ersparnissen und den Mitteln des Kapitalmarktes gespeist wurde, erfolgte die F\u00f6rderung des privaten Wohnbaus durch den Staat auf dem Wege \u00fcber Steuerbeg\u00fcnstigungen und Steuerfreijahre. Diese schon in alten Zeiten angewandten Mittel zur Heranziehung von Siedlern bzw. zur Ankurbelung der Baut\u00e4tigkeit bew\u00e4hrten sich auch in der Gr\u00fcnderzeit. Der Auftrieb der Baut\u00e4tigkeit beruhte zu einem guten Teil auf einer 1859 gew\u00e4hrten Steuerbefreiung auf 18 Jahre f\u00fcr H\u00e4user, die innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre vollendet wurden, und von 15 Jahren f\u00fcr die binnen einem Jahrzehnt fertiggestellten Wohnbauten. Den Neubauten auf dem ehemaligen Glacis wurde dar\u00fcber hinaus eine besondere 25- bis 30-j\u00e4hrige Steuerbefreiung gew\u00e4hrt. Als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gro\u00dfen Baugesellschaften kann die Wiener Baugesellschaft gelten. Im geschlossenen Stadtkern gingen rund 750 Bauparzellen und einschlie\u00dflich des offenen Stadtrandes eine Fl\u00e4che von 120 ha &#8211; gr\u00f6\u00dfer ist als der 8. Bezirk- durch die H\u00e4nde der Gesellschaft. Insgesamt wurden von dieser Gesellschaft und in diesem Zeitraum nur 127 H\u00e4user erbaut.<\/p>\n<p>Hauptgesch\u00e4ftsfeld der \u00fcber enormes Kapital verf\u00fcgenden wenigen Gesellschaften war der Ankauf von Grundst\u00fccken und der Abbruch von Altbauten und der Verkauf nach der Parzellierung. Gebaut wurden meist von kleinen Baumeistern. &#8222;Grundformen&#8220; wurden immer wieder verwendet, doch nur selten mehr als ein H\u00e4userblock oder eine kurze Stra\u00dfe von einem Baumeister in einem Zuge erbaut. Das Rasterschema der Stra\u00dfen t\u00e4uscht daher einen Grad von Regelm\u00e4\u00dfigkeit vor, der in der inneren Gestaltung der einzelnen H\u00e4user zumindest in der Hochgr\u00fcnderzeit noch nicht bestand.<\/p>\n<p>Regelnde Eingriffe der \u00f6ffentlichen Hand sind die Bauordnungen und die Stadtregulierung.<\/p>\n<p>Die Bauordnungen wurden von entscheidendem Einflu\u00df auf die Gestaltung der Stadt, nicht nur in Bezug auf ihre formale, sondern auch im Hinblick auf ihre funktionale Differenzierung.<\/p>\n<p>Nach der ersten Stadterweiterung wurde 1859 eine neue Bauordnung f\u00fcr die Altstadt und die 1850 eingemeindeten Vorst\u00e4dte erlassen, die einem rein formalen Ordnungsprinzip folgend, f\u00fcr die neuen Stra\u00dfen eine Mindestbreite von acht Klaftern und eine maximale Geb\u00e4udeh\u00f6he von dreizehn Klaftern vorschrieb. Eine wichtige Rolle spielte die Bestimmung, da\u00df die Stra\u00dfenz\u00fcge m\u00f6glichst geradlinig angelegt werden sollten. Weder topographisch noch funktionelle Gesichtspunkte fanden Ber\u00fccksichtigung. So wurde die Anlage von Favoriten und der Brigittenau von Van der N\u00fcll und Siccardsburg bzw. F\u00f6rster, dem Rasterprinzip folgend, projektiert, aber weniger schematisch verwirklicht. Abweichend von den Planungen der Biedermeierzeit in den Vorst\u00e4dten, sah man wenige \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, daf\u00fcr aber durchwegs verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig breite Stra\u00dfen vor, ohne noch an eine funktionelle Differenzierung zu denken. Diesen Vorbildern entsprechend, wurde das Schachbrett auch zur Grundlage der meist von Privatarchitekten und Geometern durchgef\u00fchrten Parzellierungen in den westlichen Vororten, von Meidling bis W\u00e4hrung. In den Vorst\u00e4dten schuf man dagegen schon in der Hochgr\u00fcnderzeit zahlreiche Stra\u00dfendurchbr\u00fcche, um dem Ideal eines Rasterschemas n\u00e4her zu kommen. Erste Ans\u00e4tze einer Gr\u00fcnfl\u00e4chenpolitik zeichneten sich ab, wenn die Gemeinde Parkanlagen des Adels aufkaufte (z. B. Esterhazy, Sch\u00f6nborn) und in \u00f6ffentliche Gr\u00fcnfl\u00e4chen verwandelte oder beim Abrei\u00dfen von Kasernen und der Aufparzellierung ihres Gel\u00e4ndes einen oder mehrere Baubl\u00f6cke f\u00fcr Gr\u00fcnanlagen vorbehielt. Damit wurde dem Vorbild der gro\u00dfen historischen Wachstumsperioden mit Reformwillen entsprochen, die st\u00e4dtebauliche Entwicklung sehr stark \u00fcber die Freiraumplanung definiert.<\/p>\n<p>Die Bauordnung von 1883 stellte einen verpflichtenden Bezug zwischen Stra\u00dfenbreite und H\u00e4userh\u00f6he her und f\u00fchrte zu einer generellen Verbreiterung der Stra\u00dfen. Ihre in der Grundhaltung wenig ver\u00e4nderte Novellierung 1893 umfa\u00dfte bereits die inzwischen eingemeindeten westlichen Vororte Wiens. Erstmals wurde nun ein Bauzonenplan erstellt. Er sah die grobe funktionelle Gliederung der Stadt in Gebiete vorherrschender Wohn- bzw. Industrienutzung vor und ber\u00fccksichtigte eine Industriezone im S\u00fcden &#8211; von der S\u00fcdbahntrasse bis zum Donaukanal &#8211; und eine im Norden &#8211; beiderseits des Donaukanals. Diese Ausgliederung wurde durch Beg\u00fcnstigungen und Verbote unterbaut und hat dazu beigetragen, ein Weitergreifen der Industrialisierung in manchen westlichen Stadtrandgebieten zu verhindern.<\/p>\n<p>Gleichzeitig mit dieser ersten funktionellen Gliederung nahm man eine Zonierung der Stadt nach der Geb\u00e4udeh\u00f6he vor. F\u00fcnf Geschosse waren in der Innenstadt, den ehemaligen Vorst\u00e4dten und in dem Teil des Bezirkes Favoriten zugelassen, der auf der alten Vorstadtgemarkung der Wieden erwachsen war, vier Geschosse in den westlichen Vororten bis knapp \u00fcber die Vorortelinie hinaus. Jenseits derselben sollte vor allem im Nordwesten die offene Verbauung herrschen bzw. durften maximal dreigeschossige H\u00e4user errichtet werden.<\/p>\n<p>Dichte war Folge dieser Regeln, war nicht Ziel, sondern Ergebnis eines &#8222;Prozesses&#8220;. Die Wohn-Bauleistung erreicht in Wien in der Gr\u00fcnderzeit bis zu 13 000 Wohnungen pro Jahr, die Einwohnerzahl steigt in der Fr\u00fchgr\u00fcnderzeit um jeweils ca. 2,2% j\u00e4hrlich von 440 000 auf 840 000 um ca. 2,3% in der Hochgr\u00fcnderzeit 1870 und auf 1 340 000 um ca. 2% in der Sp\u00e4tgr\u00fcnderzeit, und bis 1910 auf 2 000 000 um ca. 1,4% und 1918 auf 2 240 000.<\/p>\n<p>Bauliche Qualit\u00e4ten sind u.a. die gro\u00dfe Raumh\u00f6hen, die relativ einfachen M\u00f6glichkeiten zum Umbau und Ausbau, die baubiologische Qualit\u00e4t durch Verwendung von Ziegel und Holz bei den tragenden Konstruktionen,<\/p>\n<p>DIE &#8222;NEUE GR\u00dcNDERZEIT&#8220;<\/p>\n<p>ist (auch) ein Versuch, kurzfristiger Nachfrage, unter anderem als Folge verst\u00e4rkter Zuwanderung, durch Neubaut\u00e4tigkeit zu entsprechen. Parallel geht die Entwicklung von Standards zur Verringerung des Energieverbrauches. In Skandinavien und auch in den Vereinigten Staaten wurden in den 70er und 80er Jahren die Vorarbeiten zur ENTWICKLUNG DES NIEDRIGENERGIEHAUSES &#8211; NEH geleistet:<\/p>\n<p>Absenkung des Energieverbrauches von etwa 180 kWh\/m\u00b2a im Bestand auf ca. 60 kWh\/m\u00b2a beim Neubau &#8211; Energiekennwert Heizw\u00e4rme pro Quadratmeter Nutzfl\u00e4che und pro Jahr.<\/p>\n<p>Ersten Realisierungen in Skandinavien folgen Bauten in Deutschland und der Schweiz. Die &#8222;offizielle Bauforschung&#8220; und die Bauwirtschaft dieser L\u00e4nder haben das Thema erst sp\u00e4t aufgegriffen und den Zusammenhang zwischen Wohnqualit\u00e4t &#8211; Baukosten &#8211; Energieeffizienz systematisch herausgearbeitet. Auch bei engagierten Bauvorhaben wie dem &#8222;Wiener \u00d6kohaus&#8220; oder der &#8222;Sun City&#8220; kann nicht von der Realisierung von ausgereiften Konzepten gesprochen werden &#8211; das Niveau der Beitr\u00e4ge des abgehaltenen &#8222;\u00d6kohaus-Wettbewerbes&#8220; dokumentierte das Ringen der engagierten Planer mit neuen und komplexen Zusammenh\u00e4ngen. Inzwischen liegen umfangreiche Erfahrungen mit dem Baustandard NIEDRIGENERGIEHAUSES &#8211; NEH vor. Auch negative Erfahrungen werden gemacht: die Nutzergewohnheiten im &#8222;gro\u00dfvolumigen Wohnbau&#8220; sind nicht auf die technischen M\u00f6glichkeiten und Erfordernisse abgestimmt, die D\u00e4mm-Standards zwar erh\u00f6ht, aber ohne Realisierung der flankierenden Massmahmen, wie mechanischen Zu und Abluftanlagen mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung. Versuche der Bautr\u00e4ger, &#8222;Gebrauchsanleitungen&#8220; an die Nutzer weiterzugeben, waren und sind nur teilweise erfolgreich: die systematische Bearbeitung der hygienischen Aspekte zeigt auf, da\u00df z.B. M\u00e4ngel bei der Raumluftqualit\u00e4t h\u00e4ufig auch als Folge der gew\u00e4hlten Konstruktionen und der Nutzergewohnheiten auftreten, und die Einhaltung der &#8222;Betriebsanleitungen&#8220; besonders in den Schlaf und Sanit\u00e4rr\u00e4umen problematisch oder auch nicht m\u00f6glich ist. Wer kann schon alle zwei Stunden Querl\u00fcften, um die geforderte hygienische und technische Luftqualit\u00e4t zu erreichen: kein realisierbares L\u00fcftungsverhalten kann die Belastungen durch Rauchen auf ein hygienisch unsch\u00e4dliches Ma\u00df bringen, wenn schon die Grundforderung lautet: 30 m\u00b3 Frischluft je Person und Stunde! Und schon gar nicht, wenn die Vorteile erh\u00f6hter D\u00e4mmung nicht verloren werden sollen. Und mechanische Wohnungsl\u00fcftungen, im erforderlichen Standard, wurden nicht gebaut.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Aufarbeitung z.B. dieser vielbeklagten M\u00e4ngel f\u00fchrte zu weiterf\u00fchrenden \u00dcberlegungen und zur Optimierung:<\/p>\n<p>DEM PASSIVHAUS.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr diese Entwicklung sind Weiterentwicklungen auch der Industrie: Verbesserung der thermischen Eigenschaften der Gl\u00e4ser und Rahmenkonstruktionen, der Luftdichtigkeit,<\/p>\n<p>Voraussetzungen und Regelungen<\/p>\n<p>Zur Entwicklung und \u00c4nderungen der Planungs- und baulichen Standards,<br \/>\nZur &#8222;\u00d6kologisierung&#8220;, also<br \/>\nZu \u00c4nderungen der bautechnischen Standards auf der Basis der technischen Entwicklung, und<br \/>\nVon der zunehmenden Schwierigkeit, diese Neuerungen und M\u00f6glichkeiten<br \/>\nSozial, oragnisatorisch und institutionell zu &#8222;verarbeiten&#8220;:<br \/>\nAm Beispiel der Entwicklung vom gr\u00fcnderzeitlichen Haus, zum &#8222;Niedrigenergiehaus&#8220; und zum<br \/>\nSTANDARD DES &#8222;PASSIVHAUSES&#8220;.<\/p>\n<p>Entwicklung der Wohnbaupolitik nach 1945<br \/>\nKommunalpolitische Vorgaben<\/p>\n<p>1945 &#8211; 1950<\/p>\n<p>Die knapp nach Beendigung der Kampfhandlungen in Wien von der Gemeindeverwaltung einberufene gro\u00dfe &#8222;Enquete f\u00fcr den Wiederaufbau der Stadt Wien&#8220;, an der mehrere hundert Fachexperten der Wiener Wirtschaft als Delegierte teilnahmen, hatte der Stadtgemeinde eine Reihe von richtungsweisenden Gesichtspunkten zur Einhaltung empfohlen, die in &#8222;14 Punkten f\u00fcr den Wiederaufbau&#8220; zusammengefa\u00dft worden waren.<\/p>\n<p>Einige der wichtigsten Punkte dieser Enquete lauteten:<\/p>\n<p>&#8222;Weitgehende Beibehaltung der 1938 geschaffenen Stadtgrenze von &#8220; Gro\u00df- Wien &#8220;<\/p>\n<p>Auflockerung des dichtbebauten Stadtgebietes (Gr\u00fcnanlagen, Hofentkernungen, Abzonungen)<\/p>\n<p>Verdichtung der Randgebiete (&#8220; Gartensiedlungen &#8222;)<\/p>\n<p>&#8220; Heranr\u00fccken &#8220; der Stadt an die Donau, durch st\u00e4dtebauliche Entwicklungen an beiden Seiten des Stromes<\/p>\n<p>Erhaltung und Schutz der wertvollen historischen Bausubstanz (&#8220; alter Ortskern &#8222;, Altstadt)<\/p>\n<p>Errichtung eines zentralen Fernreisebahnhofes bei weitgehender Neuorganisation des Eisenbahnverkehrs<\/p>\n<p>Verbesserung des Donauhochwasserschutzes<\/p>\n<p>Bau von Donaukraftwerksstufen, Ausbau der Hafen und von Schiffahrtsstra\u00dfen (z. B. Donau-Oder-Kanal \/ Donau-Adria- Verbindung)<\/p>\n<p>Schrittweiser Ausbau eines Autobahnnetzes<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung von Architekten-Wettbewerben f\u00fcr wichtige st\u00e4dtebauliche Einzelsituationen.<\/p>\n<p>Die grundlegende Ansicht forderte, da\u00df &#8220; der Mensch in Zukunft im Mittelpunkt aller \u00dcberlegungen und Planungen stehen soll und nicht das Gesch\u00e4ft oder der Profit des einzelnen. &#8220; Die Entwicklung der Wohnbaupolitik der Gemeinde Wien von 1945 bis heute la\u00dft sich am authentischsten an den Aussagen der verantwortlichen Politiker aufzeigen, von denen die nachstehende Auswahl stellvertretend f\u00fcr \u00e4hnliche Zitate stehen soll.<\/p>\n<p>Franz Jonas, der sp\u00e4tere Stadtrat f\u00fcr Bauwesen, beschreibt die Situation nach 1945 in einer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1950 wie folgt: &#8220; Im zweiten Weltkrieg hat der Wohnraumk\u00f6rper von Wien zum ersten Male wieder seit der Niederbrennung der Vorstadt zur Zeit der zweiten T\u00fcrkenbelagerung anno 1683 schwere Schaden erlitten, an deren Behebung jetzt, f\u00fcnf Jahre nach Kriegsende, noch immer gearbeitet wird.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 187.305 Wohnungen in irgendeiner Form in Mitleidenschaft gezogen: 36.851 (19,6 %) Wohnungen wurden total zerst\u00f6rt, 50.024 (26,7 %) Wohnungen schwer und 100.430 (53,7 %) Wohnungen leicht besch\u00e4digt; nimmt man an, ab eine Familie in Wien durchschnittlich aus 2-3 Personen besteht, so entspricht der verlorene Wohnraum einer Stadt mit rund 430.000 Einwohnern. &#8220;<\/p>\n<p>&#8220; Wenn auch von vornherein die Absicht bestand, in gro\u00dfem Stile eine Gesamtplanung Wiens auf lange Sicht vorzunehmen, so war es vor allem der Mangel an geeigneter Organisation im ganzen System des Wiederaufbaues von Wohnraum, der ein zielstrebiges Wiederaufbauwerk verhinderte. ;&#8217;2) Franz Novy, der damalige Stadtrat, formulierte 1946 als Richtschnur der Wohnbaupolitik der Stadt Wien folgenden Leitsatz: &#8220; Der Volkswohnungsbau zur Behebung der dringenden Falle der Wohnungsnot, der Notstandsbau, ist Angelegenheit der Gemeinde; der Bau von Siedlungshausern und nach Typen entworfenen Wohnungseinheiten durch das private, gemeinn\u00fctzige genossenschaftliche Kleinsparerkapital soll sowohl von der Gemeinde als auch von anderen \u00f6ffentlichen K\u00f6rperschaften weitgehend gef\u00f6rdert werden: der Bau des individuellen Eigenheimes, der Mietvilla, der Wohnung mit gehobenem Standard geh\u00f6rt dem privaten Kapital zu; er bedarf keiner finanziellen Forderung aus \u00f6ffentlichen Mitteln. &#8222;3) \u00c4hnliche Aussagen gleichen Inhalts wurden von den politisch Verantwortlichen auch in den Folgejahren formuliert, z.B.<\/p>\n<p>Stadtrat Pfoch: &#8222;Aufgabe der Stadt Wien ist es, F\u00fcr sozial schw\u00e4chere Schichten Wohnraum zu schaffen. &#8220; Das Bestreben der Stadtgemeinde Wien, ein neues grol3es soziales Wohnbauprogramm ins Rollen zu bringen, hat sehr rasch die Schwierigkeiten aufgezeigt, die sich der Praxis gerade in der Bodenfrage entgegenstellen. Diese wurde gewisserma\u00dfen zum Engpa\u00df einer sinnvollen Wohnbaupolitik.<\/p>\n<p>Hans Grundacker, der Baudirektor der Stadt Wien, schreibt hiezu:<\/p>\n<p>&#8222;Da kommunale Wohnbauten nur auf gemeindeeigenem Grunde errichtet werden K\u00f6nnen, der gr\u00f6\u00dfte Teil des Bodenbesitzes der Gemeinde aber an Stellen lag, die F\u00fcr den sozialen Wohnbau ungeeignet waren, kann zurzeit von einer konsequenten Standortpolitik der Gemeinde F\u00fcr den sozialen Wohnbau n i c h t gesprochen werden. Sie mu\u00df froh sein, wenn sie gen\u00fcgend Land freimachen kann, um die vom Gemeinderat beschlossene Anzahl von Wohnungen j\u00e4hrlich unter Dach und Fach zu bringen. In vielen Fallen mu\u00df sie schweren Herzens einen Kompromi\u00df eingehen, von dem die Planungs- und Baufachleute genau wissen, ab er keine gute Losung darstellt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zur Gr\u00fcnderzeit, der Zeit ab 1919 Wohnbau &#8222;als politischer Programmpunkt Nr. 1&#8220; 1945 bis 1950 &#8222;der Wiederaufbau&#8220; 1960 bis 1970 &#8222;der Montagebau&#8220; 1970 bis 1980 &#8222;Hebung der Wohnqualit\u00e4t&#8220;, &#8222;Leitlinien der Stadtentwicklung&#8220; 1980 bis 1995 &#8222;Entwicklung des Niedrigenergiestandards&#8220; &#8211; &#8222;Neue Gr\u00fcnderzeit&#8220; 1995 bis 2000 &#8222;Baukostenreduktion&#8220;, &#8222;Themenst\u00e4dte&#8220;, und &#8222;REDUKTION DER BETRIEBSKOSTEN&#8220; ?, &#8211; PASSIVHAUSSTRATEGIEN&#8220; ? Die Wiener Stadt- und Bauentwicklung ist wesentlich gepr\u00e4gt durch die gr\u00fcnderzeitliche Baut\u00e4tigkeit: sozial, baulich-technisch, usw. Von 1880 bis 1980 sind die folgenden Entwicklungen wichtig: + 30% Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung &#8211; 50% Verringerung der j\u00e4hrlichen Arbeitsstundenzahl von 30% auf 14% Verringerung der Relation der Lebensarbeitsstunden zu den Gesamtlebensstunden (Deutschland) In einer Gr\u00fcnderzeit, in der die Wohnbaufinanzierung fast ausschlie\u00dflich aus privaten Ersparnissen und den Mitteln des Kapitalmarktes gespeist wurde, erfolgte die F\u00f6rderung des privaten Wohnbaus durch den Staat auf dem Wege \u00fcber Steuerbeg\u00fcnstigungen und Steuerfreijahre. Diese schon in alten Zeiten angewandten Mittel zur Heranziehung von Siedlern bzw. zur Ankurbelung der Baut\u00e4tigkeit bew\u00e4hrten sich auch in der Gr\u00fcnderzeit. Der Auftrieb der Baut\u00e4tigkeit beruhte zu einem guten Teil auf einer 1859 gew\u00e4hrten Steuerbefreiung auf 18 Jahre f\u00fcr H\u00e4user, die innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre vollendet wurden, und von 15 Jahren f\u00fcr die binnen einem Jahrzehnt fertiggestellten Wohnbauten. Den Neubauten auf dem ehemaligen Glacis wurde dar\u00fcber hinaus eine besondere 25- bis 30-j\u00e4hrige Steuerbefreiung gew\u00e4hrt. Als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gro\u00dfen Baugesellschaften kann die Wiener Baugesellschaft gelten. Im geschlossenen Stadtkern gingen rund 750 Bauparzellen und einschlie\u00dflich des offenen Stadtrandes eine Fl\u00e4che von 120 ha &#8211; gr\u00f6\u00dfer ist als der 8. Bezirk- durch die H\u00e4nde der Gesellschaft. Insgesamt wurden von dieser Gesellschaft und in diesem Zeitraum nur 127 H\u00e4user erbaut. Hauptgesch\u00e4ftsfeld der \u00fcber enormes Kapital verf\u00fcgenden wenigen Gesellschaften war der Ankauf von Grundst\u00fccken und der Abbruch von Altbauten und der Verkauf nach der Parzellierung. Gebaut wurden meist von kleinen Baumeistern. &#8222;Grundformen&#8220; wurden immer wieder verwendet, doch nur selten mehr als ein H\u00e4userblock oder eine kurze Stra\u00dfe von einem Baumeister in einem Zuge erbaut. Das Rasterschema der Stra\u00dfen t\u00e4uscht daher einen Grad von Regelm\u00e4\u00dfigkeit vor, der in der inneren Gestaltung der einzelnen H\u00e4user zumindest in der Hochgr\u00fcnderzeit noch nicht bestand. Regelnde Eingriffe der \u00f6ffentlichen Hand sind die Bauordnungen und die Stadtregulierung. Die Bauordnungen wurden von entscheidendem Einflu\u00df auf die Gestaltung der Stadt, nicht nur in Bezug auf ihre formale, sondern auch im Hinblick auf ihre funktionale Differenzierung. Nach der ersten Stadterweiterung wurde 1859 eine neue Bauordnung f\u00fcr die Altstadt und die 1850 eingemeindeten Vorst\u00e4dte erlassen, die einem rein formalen Ordnungsprinzip folgend, f\u00fcr die neuen Stra\u00dfen eine Mindestbreite von acht Klaftern und eine maximale Geb\u00e4udeh\u00f6he von dreizehn Klaftern vorschrieb. Eine wichtige Rolle spielte die Bestimmung, da\u00df die Stra\u00dfenz\u00fcge m\u00f6glichst geradlinig angelegt werden sollten. Weder topographisch noch funktionelle Gesichtspunkte fanden Ber\u00fccksichtigung. So wurde die Anlage von Favoriten und der Brigittenau von Van der N\u00fcll und Siccardsburg bzw. F\u00f6rster, dem Rasterprinzip folgend, projektiert, aber weniger schematisch verwirklicht. Abweichend von den Planungen der Biedermeierzeit in den Vorst\u00e4dten, sah man wenige \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, daf\u00fcr aber durchwegs verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig breite Stra\u00dfen vor, ohne noch an eine funktionelle Differenzierung zu denken. Diesen Vorbildern entsprechend, wurde das Schachbrett auch zur Grundlage der meist von Privatarchitekten und Geometern durchgef\u00fchrten Parzellierungen in den westlichen Vororten, von Meidling bis W\u00e4hrung. In den Vorst\u00e4dten schuf man dagegen schon in der Hochgr\u00fcnderzeit zahlreiche Stra\u00dfendurchbr\u00fcche, um dem Ideal eines Rasterschemas n\u00e4her zu kommen. Erste Ans\u00e4tze einer Gr\u00fcnfl\u00e4chenpolitik zeichneten sich ab, wenn die Gemeinde Parkanlagen des Adels aufkaufte (z. B. Esterhazy, Sch\u00f6nborn) und in \u00f6ffentliche Gr\u00fcnfl\u00e4chen verwandelte oder beim Abrei\u00dfen von Kasernen und der Aufparzellierung ihres Gel\u00e4ndes einen oder mehrere Baubl\u00f6cke f\u00fcr Gr\u00fcnanlagen vorbehielt. Damit wurde dem Vorbild der gro\u00dfen historischen Wachstumsperioden mit Reformwillen entsprochen, die st\u00e4dtebauliche Entwicklung sehr stark \u00fcber die Freiraumplanung definiert. Die Bauordnung von 1883 stellte einen verpflichtenden Bezug zwischen Stra\u00dfenbreite und H\u00e4userh\u00f6he her und f\u00fchrte zu einer generellen Verbreiterung der Stra\u00dfen. Ihre in der Grundhaltung wenig ver\u00e4nderte Novellierung 1893 umfa\u00dfte bereits die inzwischen eingemeindeten westlichen Vororte Wiens. Erstmals wurde nun ein Bauzonenplan erstellt. Er sah die grobe funktionelle Gliederung der Stadt in Gebiete vorherrschender Wohn- bzw. Industrienutzung vor und ber\u00fccksichtigte eine Industriezone im S\u00fcden &#8211; von der S\u00fcdbahntrasse bis zum Donaukanal &#8211; und eine im Norden &#8211; beiderseits des Donaukanals. Diese Ausgliederung wurde durch Beg\u00fcnstigungen und Verbote unterbaut und hat dazu beigetragen, ein Weitergreifen der Industrialisierung in manchen westlichen Stadtrandgebieten zu verhindern. Gleichzeitig mit dieser ersten funktionellen Gliederung nahm man eine Zonierung der Stadt nach der Geb\u00e4udeh\u00f6he vor. F\u00fcnf Geschosse waren in der Innenstadt, den ehemaligen Vorst\u00e4dten und in dem Teil des Bezirkes Favoriten zugelassen, der auf der alten Vorstadtgemarkung der Wieden erwachsen war, vier Geschosse in den westlichen Vororten bis knapp \u00fcber die Vorortelinie hinaus. Jenseits derselben sollte vor allem im Nordwesten die offene Verbauung herrschen bzw. durften maximal dreigeschossige H\u00e4user errichtet werden. Dichte war Folge dieser Regeln, war nicht Ziel, sondern Ergebnis eines &#8222;Prozesses&#8220;. Die Wohn-Bauleistung erreicht in Wien in der Gr\u00fcnderzeit bis zu 13 000 Wohnungen pro Jahr, die Einwohnerzahl steigt in der Fr\u00fchgr\u00fcnderzeit um jeweils ca. 2,2% j\u00e4hrlich von 440 000 auf 840 000 um ca. 2,3% in der Hochgr\u00fcnderzeit 1870 und auf 1 340 000 um ca. 2% in der Sp\u00e4tgr\u00fcnderzeit, und bis 1910 auf 2 000 000 um ca. 1,4% und 1918 auf 2 240 000. Bauliche Qualit\u00e4ten sind u.a. die gro\u00dfe Raumh\u00f6hen, die relativ einfachen M\u00f6glichkeiten zum Umbau und Ausbau, die baubiologische Qualit\u00e4t durch Verwendung von Ziegel und Holz bei den tragenden Konstruktionen, DIE &#8222;NEUE GR\u00dcNDERZEIT&#8220; ist (auch) ein Versuch, kurzfristiger Nachfrage, unter anderem als Folge verst\u00e4rkter Zuwanderung, durch Neubaut\u00e4tigkeit zu entsprechen. Parallel geht die Entwicklung von Standards zur Verringerung des Energieverbrauches. In Skandinavien und auch in den Vereinigten Staaten wurden in den 70er und 80er Jahren die Vorarbeiten zur ENTWICKLUNG DES NIEDRIGENERGIEHAUSES &#8211; NEH geleistet: Absenkung des Energieverbrauches von etwa 180 kWh\/m\u00b2a im Bestand auf ca. 60 kWh\/m\u00b2a beim Neubau &#8211; Energiekennwert Heizw\u00e4rme pro Quadratmeter Nutzfl\u00e4che und pro Jahr. Ersten Realisierungen in Skandinavien folgen Bauten in Deutschland und der Schweiz. Die &#8222;offizielle Bauforschung&#8220; und die Bauwirtschaft dieser L\u00e4nder haben das Thema erst sp\u00e4t aufgegriffen und den Zusammenhang zwischen Wohnqualit\u00e4t &#8211; Baukosten &#8211; Energieeffizienz systematisch herausgearbeitet. 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