{"id":96,"date":"2013-09-11T00:04:51","date_gmt":"2013-09-10T22:04:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=96"},"modified":"2013-09-19T12:49:19","modified_gmt":"2013-09-19T10:49:19","slug":"die-heizung-ist-nicht-unbedingt-notwendig-passivhaeuser-als-oekologische-alternative","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waclawek.com\/?page_id=96","title":{"rendered":"Die Heizung ist nicht unbedingt notwendig: &#8222;Passivh\u00e4user&#8220; als \u00f6kologische Alternative"},"content":{"rendered":"<p>Das &#8222;Passivhaus&#8220; kommt ganz ohne konventionelle Heizung aus. In \u00d6sterreich wird diese Technologie aber noch viel zu wenig angewandt.<\/p>\n<p>von Martin Fritzl &#8211; Wien, 17.04.1999 &#8211; DiePresse.com<\/p>\n<p>Die technischen M\u00f6glichkeiten zum Energiesparen schreiten voran. Ist es in den vergangenen Jahren kontinuierlich gelungen, den Energieverbrauch zu senken, so bedeutet das Passivhaus einen bedeutenden Sprung: Die traditionelle Heizung ist nicht mehr notwendig. In \u00d6sterreich ist Vorarlberg wieder einmal Vorreiter, was \u00f6kologische Leistungen betrifft. Etwa zehn Pilotprojekte stehen schon im L\u00e4ndle, gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert von der Landes-Wohnbauf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>In Wien wird der Architekt Fritz Waclawek nun bald ein Zweifamilienhaus in dieser Technologie verwirklichen, und das praktisch ohne F\u00f6rderung. Von der Konzeption her entspricht das Passivhaus dem Niedrigenergiehaus: Die M\u00f6glichkeiten des Energiesparens werden genutzt, nur etwas besser: Optimale W\u00e4rmed\u00e4mmung, kompakte Bauk\u00f6rper, passive Nutzung der Sonnenenergie. So betr\u00e4gt die D\u00e4mmschicht bis zu 25 Zentimeter, bei den Fenstern gibt es statt der Zweischeiben- eine Dreischeiben-W\u00e4rmeschutzverglasung. Dadurch wird der Energiebedarf so gering, da\u00df auf eine konventionelle Heizung verzichtet werden kann. Der geringe Restw\u00e4rmebedarf, der dann noch vorhanden ist, wird \u00fcber eine W\u00e4rmepumpe und ein Luftaustauschsystem gewonnen. Luft wird aus dem Freien geholt und erw\u00e4rmt, der Abluft daf\u00fcr die W\u00e4rme entzogen.<\/p>\n<p>Mit diesem System l\u00f6st sich auch ein anderes Problem, das bei Niedrigenergieh\u00e4usern unwillk\u00fcrlich auftritt: Die Entl\u00fcftung. Da die Fenster gut abgedichtet sind, m\u00fc\u00dfte alle paar Stunden gel\u00fcftet werden, sonst kommt es zur Schimmelbildung. Mit der Bel\u00fcftung stellt sich dieses Problem nicht mehr. Die Fenster lassen sich trotzdem \u00f6ffnen. Im Sommer und in der \u00dcbergangszeit ist die Frischluftzufuhr kein Problem, im Winter verlangt die Technologie einen &#8222;sinnvollen Umgang&#8220;, so Waclawek. Sprich: L\u00e4\u00dft man bei Minus 20 Grad die Fenster zu lange offen, wird es kalt. Nachteile sieht Waclawek nur im Bereich der Hygiene: Das Entl\u00fcftungssystem und die daf\u00fcr notwendigen Filter m\u00fc\u00dften st\u00e4ndig gereinigt werden. Da sei darauf zu achten, da\u00df eine einfache Wartung m\u00f6glich ist. Vom Preis her ist das Passivhaus nur um etwa drei Prozent teurer als konventionell errichtete Geb\u00e4ude. Der Wegfall der Heizung wiegt die h\u00f6heren Kosten f\u00fcr den W\u00e4rmeschutz auf. Den gro\u00dfen Vorteil erreichen die Bewohner bei den Energiekosten. Die betragen beim Passivhaus 15 KW\/h je Quadratmeter und Jahr, bei einem Niedrigenergiehaus 30 bis 70 KW\/h, bei einem bestehenden Haus im Bestand gar 180 bis 280 KW\/h. Bei Energiekosten von der H\u00e4lfte bis zu einem F\u00fcnfzehntel des \u00dcblichen sind die geringf\u00fcgig h\u00f6heren Baukosten bald amortisiert.<\/p>\n<p>Da\u00df die Technologie au\u00dferhalb des Bundeslandes Vorarlberg praktisch nicht angewandt wird, f\u00fchrt Waclawek nicht nur auf die fehlende F\u00f6rderung zur\u00fcck: Es gebe praktisch kein Interesse an der Umsetzung. &#8222;Die Gemeinn\u00fctzigen Bautr\u00e4ger interessieren sich \u00fcberhaupt nicht daf\u00fcr&#8220;, beklagt der Architekt. Und auch von seinen Kollegen w\u00fcrde fast keiner das n\u00f6tige Know how aufbringen. Auch die Bauordnung ist auf das Passivhaus noch nicht wirklich eingestellt: Wird doch f\u00fcr das heizungslose Haus ein Kamin vorgeschrieben.<\/p>\n<p><a title=\"www.diepresse.com\" href=\"http:\/\/www.diepresse.com\" target=\"_blank\">www.diepresse.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8222;Passivhaus&#8220; kommt ganz ohne konventionelle Heizung aus. In \u00d6sterreich wird diese Technologie aber noch viel zu wenig angewandt. von Martin Fritzl &#8211; Wien, 17.04.1999 &#8211; DiePresse.com Die technischen M\u00f6glichkeiten zum Energiesparen schreiten voran. Ist es in den vergangenen Jahren kontinuierlich gelungen, den Energieverbrauch zu senken, so bedeutet das Passivhaus einen bedeutenden Sprung: Die traditionelle Heizung ist nicht mehr notwendig. In \u00d6sterreich ist Vorarlberg wieder einmal Vorreiter, was \u00f6kologische Leistungen betrifft. Etwa zehn Pilotprojekte stehen schon im L\u00e4ndle, gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert von der Landes-Wohnbauf\u00f6rderung. In Wien wird der Architekt Fritz Waclawek nun bald ein Zweifamilienhaus in dieser Technologie verwirklichen, und das praktisch ohne F\u00f6rderung. Von der Konzeption her entspricht das Passivhaus dem Niedrigenergiehaus: Die M\u00f6glichkeiten des Energiesparens werden genutzt, nur etwas besser: Optimale W\u00e4rmed\u00e4mmung, kompakte Bauk\u00f6rper, passive Nutzung der Sonnenenergie. So betr\u00e4gt die D\u00e4mmschicht bis zu 25 Zentimeter, bei den Fenstern gibt es statt der Zweischeiben- eine Dreischeiben-W\u00e4rmeschutzverglasung. Dadurch wird der Energiebedarf so gering, da\u00df auf eine konventionelle Heizung verzichtet werden kann. Der geringe Restw\u00e4rmebedarf, der dann noch vorhanden ist, wird \u00fcber eine W\u00e4rmepumpe und ein Luftaustauschsystem gewonnen. Luft wird aus dem Freien geholt und erw\u00e4rmt, der Abluft daf\u00fcr die W\u00e4rme entzogen. Mit diesem System l\u00f6st sich auch ein anderes Problem, das bei Niedrigenergieh\u00e4usern unwillk\u00fcrlich auftritt: Die Entl\u00fcftung. Da die Fenster gut abgedichtet sind, m\u00fc\u00dfte alle paar Stunden gel\u00fcftet werden, sonst kommt es zur Schimmelbildung. Mit der Bel\u00fcftung stellt sich dieses Problem nicht mehr. Die Fenster lassen sich trotzdem \u00f6ffnen. Im Sommer und in der \u00dcbergangszeit ist die Frischluftzufuhr kein Problem, im Winter verlangt die Technologie einen &#8222;sinnvollen Umgang&#8220;, so Waclawek. Sprich: L\u00e4\u00dft man bei Minus 20 Grad die Fenster zu lange offen, wird es kalt. Nachteile sieht Waclawek nur im Bereich der Hygiene: Das Entl\u00fcftungssystem und die daf\u00fcr notwendigen Filter m\u00fc\u00dften st\u00e4ndig gereinigt werden. Da sei darauf zu achten, da\u00df eine einfache Wartung m\u00f6glich ist. Vom Preis her ist das Passivhaus nur um etwa drei Prozent teurer als konventionell errichtete Geb\u00e4ude. Der Wegfall der Heizung wiegt die h\u00f6heren Kosten f\u00fcr den W\u00e4rmeschutz auf. Den gro\u00dfen Vorteil erreichen die Bewohner bei den Energiekosten. Die betragen beim Passivhaus 15 KW\/h je Quadratmeter und Jahr, bei einem Niedrigenergiehaus 30 bis 70 KW\/h, bei einem bestehenden Haus im Bestand gar 180 bis 280 KW\/h. Bei Energiekosten von der H\u00e4lfte bis zu einem F\u00fcnfzehntel des \u00dcblichen sind die geringf\u00fcgig h\u00f6heren Baukosten bald amortisiert. Da\u00df die Technologie au\u00dferhalb des Bundeslandes Vorarlberg praktisch nicht angewandt wird, f\u00fchrt Waclawek nicht nur auf die fehlende F\u00f6rderung zur\u00fcck: Es gebe praktisch kein Interesse an der Umsetzung. &#8222;Die Gemeinn\u00fctzigen Bautr\u00e4ger interessieren sich \u00fcberhaupt nicht daf\u00fcr&#8220;, beklagt der Architekt. Und auch von seinen Kollegen w\u00fcrde fast keiner das n\u00f6tige Know how aufbringen. Auch die Bauordnung ist auf das Passivhaus noch nicht wirklich eingestellt: Wird doch f\u00fcr das heizungslose Haus ein Kamin vorgeschrieben. www.diepresse.com<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/96"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=96"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/96\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":998,"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/96\/revisions\/998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waclawek.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=96"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}